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Anne geht ihren Weg

Anne geht ihren Weg

Anne aus Halle wohnt seit Anfang des Jahres in ihrer eigenen Wohnung. Die 27-Jährige wird
auch in dieser neuen Lebensphase sehr von ihrer Familie und den „GIP-Schwestern“ unterstützt. Für alle Beteiligten war dieser Schritt in die Selbstständigkeit eine spannende Erfahrung.

Eine eigene Wohnung trotz 24 StundenIntensivpflege: Von der Idee bis zur Realisierungkönnen einige Jahre ins Land gehen. Vor allem die Suche nach einer bezahlbaren, barrierefreien Wohnung gestaltet sichvielerorts schwierig. GIP-Patientin Anne hatte Glück und fand sowohl eine spitzen Wohnung im Zentrum von Halle als auch einen fairen Vermieter, der Umbauten vornahm, die Wohnung frei hielt und sogar die Miete herab setzte, weil der Betrag über der Obergrenze vom Sozialamt lag und sie die Wohnung für den höheren Mietpreis nicht bekommen hätte.

GIP-Patientin Anne Foto: Privat
GIP-Patientin Anne Foto: Privat

Viel Vorbereitung und Bürokratie

GIP-Patientin Anne Foto: Privat
GIP-Patientin Anne Foto: Privat

„Obwohl Anne 24 Stunden Intensivpflege benötigt und immer eine zweite Person bei ihr sein muss, wurde der Wohnanspruch nur für eine Person genehmigt. Somit zahle ich einen Teil der Miete dazu, weil die Wohnung 20qm größer ist als meiner Tochter zusteht“, berichtet Mama Cornelia. „Die Alternativvorschläge vom Sozialamt waren unterirdisch und teilweise noch nicht einmal barrierefrei.“

Sie empfiehlt bei allen Ummeldungen, Anträgen und Umstellungen längere Bearbeitungszeiten einzuplanen. „Ich hätte mir Unterstützung oder wenigstens eine Anleitung gewünscht, was alles zu organisieren und beachtet werden muss“, erinnert sie sich. Ihr Tipp: Mit betroffenen Eltern austauschen und Kontakt zu anderen Jugendlichen in der gleichen Situation aufnehmen. Rauskommen ist wichtig und von anderen lernen.

Mehr Freiräume

GIP-Patientin Anne unterwegs. Foto: Privat
GIP-Patientin Anne unterwegs. Foto: Privat

Die Mühen haben sich gelohnt. Nach dieser Stressphase ist Anne in ihrer eigenen Wohnung angekommen und mächtig stolz. „Sie grinst übers ganze Gesicht, wenn es um IHRE Wohnung geht“, erzählt Teamleiterin Nadine. „Und auch für uns ist es wie ein zweites Zuhause geworden.“ Mama Cornelia hat für die GIP-Mädels sogar ein eigenes Schwesternzimmer eingerichtet. Von Anfang an war die Zusammenarbeitgut. Das Team hat Anne beim Umzug geholfen und sie in vielen Gesprächen auf diese neue Lebensphase vorbereitet.

Alle Beteiligten haben jetzt mehr Zeit und können diese vor allem individueller einteilen. Gerade Mama Cornelia freut sich über den neuen Freiraum und ermutigt andere Eltern zu mehr gesundem Egoismus. „Es ist wichtig, irgendwann das eigene Leben wieder zu führen, Hobbies nachzugehen und Bedürfnisse nicht ständig hintenanzustellen.“ Mama und GIP-Team wünschen sich für Anne, dass sie weiter Spaß am Leben hat und so schöne Dinge unternimmt wie die Reise mit ihren „Schwestern“ im Juni an den Stromtaler See.

Annes Schwestern - was bisher geschah:

Der Beitrag „Anne und ihre Schwestern“ war 2015 mit den meisten „Likes“ der beliebteste Facebookpost auf der GIP-Karriereseite. Im selbstverfassten Teambeitrag beschrieben die GIP-Pflegerinnen darin den besonderen Teamspirit und begeisterten mit dem gemeinsamen Tattoo „Sisters“, welches sie sich im ersten eigenen Urlaub von Anne haben stechen lassen.

Wir haben das Team und Annes Auszug von Zuhause mitbegleitet und möchten diese Erfahrungen gern mit Betroffenen teilen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. „Denn Kinder rechtzeitig loszulassen ist gar nicht so einfach, aber ein wichtiger Schritt für die Entfaltung aller Beteiligten“, weiß Mutter Cornelia. Ihr war es immer ein Anliegen, dass ihre Tochter zwischen 20 und 30 auszieht, wie jeder andere junge Mensch auch.

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