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Eine Seefahrt, die ist lustig…

Eine Seefahrt, die ist lustig…

Im Juni 2009 hatte das Pflegeteam Thamm etwas zu feiern: Herr Thamm war seit einem Jahr wieder zu Hause. Um den Tag gebührend zu würdigen unternahmen alle gemeinsam eine Dampferfahrt.

Vier Stunden lang genossen Herr Thamm, seine Frau und sein GIP-Team eine sommerliche Dampferfahrt durch Berliner Gewässer. Foto: Team Thamm

Zwei Schlaganfälle innerhalb von drei Jahren

Gemütliche Runde an Bord. Foto: Team Thamm

Herr Thamm hatte innerhalb von drei Jahren zwei Schlaganfälle erlitten. Zunächst wurde er von seiner Ehefrau gepflegt, was ihr nach dem zweiten Schlaganfall jedoch nicht mehr möglich war. Nach einem langwierigen Kampf mit den Ärzten der Reha-Klinik war es seiner Familie und der GIP letztlich gelungen, Herrn Thamm wieder nach Hause zu holen, um ihn in seiner gewohnten Umgebung zu versorgen. Die Ärzte der Klinik hatten Herrn Thamm unbedingt in ein Pflegeheim verlegen wollen, da sie der Meinung waren, eine Pflege zu Hause sei unmöglich. Da kannten sie die GIP nicht!

Gute und schlechte Tage

Am Tag seiner Heimkehr waren die Aufnahme-PDL als auch ein Springer vor Ort, um Herrn Thamm zu empfangen. In den ersten Tagen wurde die Pflege durch Springer sicher gestellt. Recht schnell konnte allerdings ein festes Pflegeteam zusammen gestellt werden. Zum Teil begleiten die Mitarbeiter von damals Herrn Thamm noch heute – drei der „alten“ Mannschaft sind von Anfang an bei ihm. Nach einigen Mitarbeiterwechseln sind wir nun seit Januar diesen Jahres komplett. Das Team und die Familie möchte sich bei allen Springern bedanken, die uns die Anfangszeit durch ihre tatkräftige Unterstützung sehr erleichtert haben. Unser Dank gilt insbesondere Jörg, Rebecca, Juliane, Bianca, Frederic, Christina und Stefanie. Ihr habt uns mit Euren vielen Tipps und eurer Einsatzbereitschaft sehr geholfen!

Wir als Team, die Familie, unser phantastisches Therapeutenteam und der Hausarzt sind ständig bemüht, Herrn Thamm bei seiner Genesung zu unterstützen. Auch er selbst ist sehr engagiert und willensstark. Natürlich gibt es immer wieder Tage, an denen er verzweifelt ist, Tage an denen es ihm schlecht geht und er vor Husten nicht zur Ruhe kommt. Solche Tage sind im Laufe des letzten Jahres aber stetig zurück gegangen, weswegen wir uns auf die guten Tage konzentrieren.

Den Tag gebührend begehen

Eine Seefahrt, die ist lustig… Foto: Copyright shutterstock

Wir überlegten also, wie wir dem Anlass entsprechend, den Jahrestag Herrn Thamms Heimkehr gestalten könnten. Schwester Marina machte den Vorschlag, eine Dampferfahrt zu unternehmen. Wir waren begeistert. Die Organisation dieser Dampferfahrt gestaltete sich allerdings gar nicht so leicht, wie wir bald feststellen sollten. Natürlich gibt es genug Angebote, schließlich ist das Land Brandenburg sehr seen- und flussreich. Die Nähe zu Berlin ist außerdem gegeben – es sollte also eigentlich keine Probleme geben. Weit gefehlt! Ein Anruf bei der „Weißen Flotte Berlin“ brachte die erste Ernüchterung. Die Reederei habe nur zwei Dampfer, die behindertengerecht seien – allerdings nur für „normale“ Rollis. An der Aufnahme eines Pflegerollstuhls sollte unsere Unternehmung scheitern? Nein, damit fanden wir uns nicht ab. Ein Tipp der Schwiegertochter brachte uns auf einen neuen Weg. In Zeuthen gäbe es auch ein kleines Unternehmen mit zwei Dampfern. Wir versuchten es also dort. Und siehe da, ein Anruf genügte. Mit den Worten „Wir lassen niemanden stehen!“ wurde uns tatkräftige Hilfe zugesichert. Und die erhielten wir auch.

Ehe wir uns versahen, waren wir auf dem Schiff

Enkel Robert hat es mit Hilfe Herrn Thamms mittlerweile zur Perfektion gebracht, ihn in den PKW der Familie zu setzen – das geht ganz fix und wurde bereits einige Tage vor der Schifffahrt noch einmal bei der Fahrt zur goldenen Hochzeit des Bruders erfolgreich geübt. Auch der Pflegerolli passt nach einigen Umbauten perfekt in den Kofferraum. Herr Thamms Enkel war natürlich gern bereit, den Opa zur Anlegestelle zu fahren und uns dort auch wieder abzuholen.
Ein wenig bange war uns dann doch, als wir darüber nachdachten, wie der Rollstuhl auf den Dampfer kommen sollte, aber auch hier gab es keine Probleme. Unsere drei Männer, der Kapitän und ein Kellner packten tatkräftig an und ehe wir uns versahen, waren wir auf dem Schiff. Die Besatzung hatte uns im Bug des Schiffes eine ganze Ecke reserviert, in der wir uns bequem ausbreiten konnten. Der Rolli hatte genug Platz und Herr Thamm eine gute Aussicht. Bald schon legten wir ab und genossen vier Stunden lang eine herrliche Fahrt über den Zeuthener See durch Schmöckwitz, vorbei an der Altstadt von Köpenick, durch den Gosener Kanal bis auf den großen Müggelsee und zurück über den kleinen Müggelsee, den Seddinsee und den Zeuthener See. Kranich und Graureiher, wunderschöne Gartenanlagen sowie viel Grün säumten das Ufer. Das Wetter spielte – entgegen aller Prognosen – auch mit und die Sonne lachte vom Himmel. Die Dampfercrew war emsig bemüht, uns all unsere Wünsche zu erfüllen.

Mut zu weiteren Unternehmungen

Die Fahrt war eine willkommene Abwechslung vom Alltag. Unserer PDL Thomas hatte zum Gelingen des Ausfluges beigetragen: Er hatte den Nachtdienst übernommen, sodass alle Teammitglieder an der Dampferfahrt teilnehmen konnten. Vielen Dank noch einmal auf diesem Wege! Zum Abschluss dieses schönen Tages lud uns Frau Thamm zum gemütlichen Kaffeetrinken in ihrem Garten ein und wir ließen den Tag noch einmal Revue passieren. 
Wir bedanken uns noch einmal bei allen Beteiligten dieser Unternehmung, insbesondere bei der Besatzung der MS „Olympia“ und der Personenschifffahrt Rolf Fußwinkel für diesen wunderschönen Tag. Der Ausflug hat uns allen, insbesondere Herrn Thamm, Mut zu weiteren Unternehmungen gemacht. In naher Zukunft sind Ausflüge in den Berliner Tierpark, der Besuch einer Gartenschau und vielleicht sogar ein Urlaub über mehrere Tage geplant. 

Team Thamm, Eichwalde

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