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Mir wurde das Leben ein drittes Mal geschenkt

Mir wurde das Leben ein drittes Mal geschenkt

Markus Schneider wurde am 16. Juli 1965 in Queidersbach bei Kaiserslautern geboren. Gemeinsam mit seinen Geschwistern verlebte er dort eine unbeschwerte Kindheit bis ein Unfall sein Leben veränderte.

 

Ich war ein gesunder, lebhafter Junge und spielte gern Fußball. Zu meinem 15. Geburtstag bekam ich ein Mofa, für das man damals noch keinen Führerschein brauchte. Vier Wochen später, am 13. August 1980, hatte ich damit einen Unfall. Ich erlitt ein schweres Schädelhirntrauma. Außerdem zog ich mir Gesichtsverletzungen und mehrere Knochenbrüche zu. Meine Wirbelsäule blieb jedoch unverletzt.

Markus mit Katja und Claudia

Mit Humor durchs Leben

Im Krankenhaus lag ich vier Wochen im Koma und wurde über Intubation künstlich beatmet. Ein Luftröhrenschnitt wurde damals nicht durchgeführt. Aufgrund meiner schweren Hirnverletzung und den daraus resultierenden Hirnblutungen gingen die Ärzte davon aus, dass ich nicht überleben würde und wenn doch, so sagten sie meinen Eltern, würde ich geistig schwer behindert sein. Dies war zum Glück nicht der Fall. Ich wachte auf und war im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten. Leider konnte ich mich aber vom Hals abwärts nicht bewegen. Die künstliche Beatmung konnte schnell eingestellt werden und ich atmete spontan ohne jegliche Atemhilfe.

Meine Lähmungserscheinungen reduzierten sich im Laufe der nächsten Monate und Jahre soweit, dass ich wieder fähig war, meine Arme zu bewegen. Nach ca. 1,5 Jahren Aufenthalt in verschiedenen Krankenhäusern wurde ich entlassen und fortan von meinen Eltern und meiner ältesten Schwester zu Hause gepflegt. Ich unternahm viel mit Freunden und lernte Keyboard spielen, was mir großen Spaß machte. Als Alleinunterhalter spielte und sang ich viele Jahre lang öffentlich auf Familienfesten, Hochzeiten und sonstigen Feiern. Meine Lieder unterlegte ich mit Witzen und lustigen Beiträgen. Mein Humor hat mir immer sehr geholfen.

Glaube kann Berge versetzen

Was mir in der schweren Zeit auch sehr geholfen hat, ist mein Glaube an Jesus Christus. Ich begann an Bibelkreisen, Gebetstreffen und christlichen Seminaren teilzunehmen. In dieser Zeit lernte ich meine Frau Meggie kennen und wir heirateten 1996. Von da an wurde ich von ihr gepflegt. Wir führten ein relativ normales Leben und waren kaum auf fremde Hilfe angewiesen. Gemeinsam lebten wir unseren Glauben und es ging uns gut. Mit unserem rollstuhlgerechten Auto machten wir sogar Urlaubsreisen. 

In den letzten Jahren verschlechterte sich mein Allgemeinzustand aber zusehends. Ich litt vermehrt unter chronischen Schmerzen, Panikattacken sowie zunehmender Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Mein Medikamentenkonsum steigerte sich immer mehr. Trotz vieler Besuche bei Ärzten verschiedener Fachrichtungen konnte die Ursache hierfür nicht gefunden werden. Im Rahmen eines stationären Klinikaufenthaltes erlitt ich am 17. April 2010 schließlich eine akute Ateminsuffizienz, die eine künstliche Beatmung und eine Versetzung ins künstliche Koma notwendig machte. Eine schwere Lungenentzündung kam hinzu. Mein Zustand war lebensbedrohlich. In dieser Zeit, wie auch schon vorher, wurde von unseren Glaubensgeschwistern viel um Heilung gebetet. 

Die richtige Lösung finden

Markus und Meggi

Nach neun Tagen war die Lungenentzündung so weit abgeheilt, dass ein Luftröhrenschnitt durchgeführt und ich aus dem künstlichen Koma geholt werden konnte. Mein Zustand stabilisierte sich, sodass ich von der Beatmungsmaschine entwöhnt werden konnte und nur noch Sauerstoffzufuhr über die Trachealkanüle bekam. Leider zeigte sich aber im Laufe meines 6,5-monatigen Krankenhausaufenthaltes, dass meine Atemtätigkeit ohne Beatmungsmaschine nicht mehr ausreichte. Immer wieder kam ich auf die Intensivstation, weil meine Blutgase so schlecht waren. Es wurde festgestellt, dass mein Atemzentrum im Gehirn durch meinen Unfall geschädigt und meine Atmung wohl schon seit 30 Jahren reduziert war. Im Laufe der letzten Jahre hatte sie sich dann immer mehr verschlechtert. So wurde mir letztlich doch eine Beatmungsmaschine angepasst. 

Im Rahmen meines Klinikaufenthaltes stellte sich immer mehr die Frage, wie es weitergehen sollte. Dass meine Ehefrau mich, wie bisher, alleine pflegt, war mit Tracheostoma und Beatmung nicht mehr möglich. Unser Eheleben sollte und durfte aber auch nicht so aussehen, dass ich in einem Pflegeheim lebe, das unter Umständen weit weg von unserem Wohnort liegt und meine Frau allein zu Hause wohnt. Auch in dieser Zeit beteten wir viel um eine Lösung. Diese fanden wir, indem wir eine 24-Stunden-Pflege beantragten und als Pflegedienst die GIP beauftragten. 

Mit Zuversicht in die Zukunft

Ich wurde am 28. Oktober 2010 nach Hause entlassen und werde seitdem von der GIP betreut. Die erste Zeit sah so aus, dass verschiedene Springer aus ganz Deutschland anreisten und meine Pflege übernahmen. Bereits nach drei Monaten hatte sich aber ein Team von Schwestern und Pflegern aus unserer Gegend gefunden, das meine Betreuung fortan übernahm.

Meine Frau und ich sind heute glücklich, auch weiterhin gemeinsam zu Hause leben zu können und mit der Pflege der GIP sehr zufrieden. Oft gehen wir mit Beatmungsmaschine und Sauerstoff im Rollstuhlnetz spazieren oder fahren mit dem Auto irgendwo hin. Die Schwestern und Pfleger begleiten uns immer. Zwischen ihnen und uns besteht eine gute Beziehung und wir haben viel Spaß miteinander. Mein Gesundheitszustand hat sich auch sehr gebessert und die Beatmung konnte schon reduziert werden. Ich fühle mich jetzt so fit wie schon lange nicht mehr und brauche viel weniger Medikamente. Ich spiele wieder Keyboard und schreibe oft am Computer. Dies konnte ich aufgrund meiner schlechten gesundheitlichen Verfassung schon jahrelang nicht mehr.  

Zwar haben wir uns, als wir um Heilung beteten, etwas anderes vorgestellt. Mit der Beatmung und der guten Betreuung durch die GIP haben wir jetzt aber wieder eine Lebensqualität, die wir lange nicht hatten. Man hört häufig Geschichten von Menschen, die nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung ein zweites Leben geschenkt bekommen. Ich habe nun schon zwei lebensbedrohliche Krisen überlebt und somit ein drittes Leben geschenkt bekommen. Ich danke Gott und allen Menschen, die mir dabei geholfen haben und gehe voller Zuversicht in die Zukunft.

Markus Schneider

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