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Wunder brauchen manchmal etwas länger

Wunder brauchen manchmal etwas länger

Johannes Hofmann ist nach einem Multiinfarkt körperlich stark eingeschränkt. Seine Familie und Pflegekräfte geben ihm Kraft. Gemeinsam vollbringen sie kleine Wunder.

Durch hartes Training kämpft sich Johannes gemeinsam mit seiner Familie und seinem GIP-Team jeden Tag ein Stück mehr zurück ins Leben. Foto: GIP-Team
Durch hartes Training kämpft sich Johannes gemeinsam mit seiner Familie und seinem GIP-Team jeden Tag ein Stück mehr zurück ins Leben.

Mein Name ist Johannes Hofmann. Ich bin 57 Jahre alt und aufgrund eines Multiinfarkts seit über vier Jahren schwerstbehindert. Obwohl ich nach dem Infarkt geistig gesehen bei vollem Bewusstsein war, konnte ich meine Arme und Beine nicht bewegen, den Mund nicht öffnen und kaum kommunizieren, nicht einmal über die Augen. Die meiste Zeit schlief ich einfach nur.

Heim ist nicht daheim

2007: Reha in Pulsnitz. Foto: Familie Hofmann

Nach einer gescheiterten Reha war ich ein Jahr lang in einem Heim untergebracht.  Im Mai 2009 kam ich schließlich mit Hilfe des GIP-Teams wieder nach Hause – in mein eigenes Haus. Hier konnte ich in den letzten zwei Jahren, im Kreise meiner Familie und Dank der intensiven Pflege meines GIP-Teams meinen Gesundheitszustand schrittweise verbessern. Nicht zu vergessen: die intensiven Therapien durch engagierte Therapeuten.

 

Ich möchte anderen Familien Mut machen, sich dem Schicksal zu stellen. Nicht nur Erfolge, sondern auch Tiefpunkte müssen gemeistert werden. Ich freue mich heute über viele Dinge: z.B. darüber, dass, ich mit meiner Frau und den GIP-Schwestern Heike, Barbara, Steffi, Simone und Jessica sowie Pfleger Christian bei schönem Wetter auf der Terrasse sitzen kann. Auch begeistert mich jeder gesundheitliche Fortschritt und in der letzten Zeit habe ich viele Fortschritte gemacht. (Vgl. auch Beitrag zum SOLEO GIP-Award)

Kraft und Fortschritt

Ein Schnappschuss aus 2012. Eine deutliche Verbesserung meiner Lebensqualität hat sich eingestellt. Foto: Familie Hofmann
Ein Schnappschuss aus 2012. Eine deutliche Verbesserung meiner Lebensqualität hat sich eingestellt. Foto: Familie Hofmann

Mittlerweile schaffe ich es schon, eine vollständige Mittags- und Abendmahlzeit zu essen. Ich genieße  das Kaffeetrinken und freue mich über regen Besuch. Teilweise habe ich im Sommer schon im Gartenstuhl gesessen. Dabei übte ich den Transfer über den Stand. Meine Stimme konnte ich auch schon hören und die Namen meiner Kinder Simone und Torsten nennen, welche mich immer tatkräftig unterstützen. Das Sprechen wieder zu lernen ist sehr anstrengend. Aber alle motivieren mich und das gibt mir Kraft.

 

Meine bisherigen Erfolge konnte ich nur durch hartes Training und die aktivierende Pflege erreichen, wofür ich mich im Namen meiner Familie herzlich bei meinem GIP-Team bedanken möchte. Ich freue mich schon auf die Ausflüge zu meinem Elternhaus, zu meiner Schwester und zu meinem 40jährigen Klassentreffen. Ohne die Hilfe der GIP wäre dies nicht möglich.

 

Johannes Hofmann

Aktivierende Pflege

Aktivierende Pflege ist ein Pflegestil, der die (noch) vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen eines Pflegebedürftigen bei der Durchführung einzelner Pflegemaßnahmen miteinbezieht. Dem Betroffenen wird Hilfe zur Selbsthilfe geboten und damit verhindert, dass Fähigkeiten wegen fehlender körperlicher und geistiger Übung weiter abnehmen. Der Patient soll im Alltag mit Unterstützung der ihn betreuenden Pflegekräfte so viel wie möglich selbst erledigen, wie z.B.

·         teilweise selbstständige Körperpflege

·         eigenständige Nahrungsaufnahme

·         allgemeines Bewegen im häuslichen Umfeld

Im Idealfall können durch aktivierende Pflege sogar verloren gegangene Fähigkeiten geübt und wiedererlangt werden.

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