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20.06.2012

Gesundheitskompetenz

„Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ - neben die klassischen Gesundheitsexperten tritt heute immer öfter auch das Internet als neuer „Experte“ für Gesundheitsfragen. Die Informationen im Netz sind jedoch oft von zweifelhafter Qualität. Gut beraten ist, wer nicht alles glaubt und die angebotenen Informationen kritisch bewerten sowie für sich nutzen kann. Hier setzt das Konzept der Gesundheitskompetenz an. 

Gesundheitskompetenz wird wichtiger

Gesundheitskompetenz - ein wichtiges Zukunftsthema. Grafik: fotolia.com

Gesundheitskompetenz gehört zu den wichtigen Zukunftsthemen für eine verbesserte Gesundheitsversorgung in unserer Gesellschaft. Durch die Aktivitäten der World Health Organisation (WHO) wurde dieses Konzept in den letzten Jahren weltweit bekannt. Es besteht Handlungsbedarf, denn die Gesundheitsversorgung wird zu einem immer unübersichtlicheren Markt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an jeden Einzelnen von uns. 

 

Gesundheitskompetenz, was ist das eigentlich? 

Gesundheitskompetenz steht allgemein für die Fähigkeit jedes Menschen, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf seine Gesundheit auswirken (Ilona Kickbusch). 

Zur persönlichen Gesundheitskompetenz gehören laut Weltgesundheitsorganisation alle kognitiven und sozialen Fertigkeiten, die Menschen dazu motivieren und befähigen, sich Informationen zur Förderung und Erhaltung ihrer Gesundheit zu beschaffen. Diese Informationen sollen sie verstehen und nutzbringend bzw. fördernd für sich einsetzen können. 

So definiert die Weltgesundheitsorganisation Gesundheitskompetenz:

Quelle: Flag of WHO from http://openclipart.org/

"Health literacy represents the cognitive and social skills which determine the motivation and ability of individuals to gain access to, understand and use information in ways which promote and maintain good health." (WHO 1998)

Die World Health Organisation (WHO) setzt sich aktiv für das Thema Gesundheitskompetenz ein: www.who.int

Bereiche der Gesundheitskompetenz

Ob Arbeitswelt, Konsumverhalten oder Familie – Gesundheitskompetenz spielt in so gut wie allen Bereichen unseres Lebens eine Rolle. Gleichzeitig hat Gesundheitskompetenz auch eine gesellschaftliche Dimension durch Mitgliedschaften in Organisationen oder Mitwirkung bei politischen Entscheidungen.

Bereiche der Gesundheitskompetenz nach Ilona Kickbusch; Quelle: Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin: Gesundheitskompetenz ist gesellschaftlich wichtig, in: Die Schwester Der Pfleger 03/12

Gesundheit 2.0

Informationen beschaffen, ist heute bekanntlich einfacher denn je. In Zeiten des mobilen Internets haben Nutzerinnen und Nutzer immer und überall Zugriff auf riesige Mengen an Informationen zu quasi jedem Gesundheitsthema. Schwieriger ist das Verstehen, Bewerten und Nutzen der angebotenen Informationen. Dahinter steht ein lebenslanger Lernprozess, der durch diverse Faktoren beeinflusst wird. Angefangen bei Familie und Kindergarten über Schule und Ausbildung bis hin zum Arbeitsplatz, dem sozialen und regionalen Umfeld sowie den gesellschaftlichen Vorstellungen zum Thema Gesundheit. 

Wie wichtig Gesundheitskompetenz für die eigene Gesundheit ist, zeigt der BARMER GEK Gesundheitsreport 2010. Die großangelegte Internetstudie kommt zu dem Ergebnis, dass Gesundheitskompetenz „unsere Gesundheit in vielfältiger Weise“ fördert. 

Ergebnisse BARMER GEK Gesundheitsreport 2010

BARMER GEK Gesundheitsreport 2010 - Teil 2: Ergebnisse der Internetstudie zur Gesundheitskompetenz

„Eine hohe individuelle Gesundheitskompetenz beeinflusst unsere Gesundheit sehr positiv: Gesundheitswissen, der allgemeine Gesundheitszustand sowie der Gesundheitszustand im Vergleich zu anderen sind bei hoher Gesundheitskompetenz deutlich besser als bei Personen mit geringer Gesundheitskompetenz.“

„Die individuelle Gesundheitskompetenz beeinflusst auch unser Wohlbefinden im Alltag: Bei Personen mit geringer Gesundheitskompetenz überwiegen negative gegenüber positiven Befindlichkeiten im Alltag ...“

„Gesundheitsfaktoren wie Ernährung und Bewegung werden in ihrer gesundheitsförderlichen Bedeutung von Personen mit hoher Gesundheitskompetenz wesentlich stärker beachtet.“

Weitere Informationen und Quellen zur Gesundheitskompetenz

Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema Gesundheitskompetenz auseinandersetzen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Blick in den BARMER GEK Gesundheitsreport 2010: www.barmer-gek.de


Quellen:

  • Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin: Patientenedukation. Gesundheitskompetenz ist gesellschaftlich wichtig, in: Die Schwester Der Pfleger 3/12, S.238/239
  • BARMER GEK (Hrsg.): Gesundheitsreport 2010 – Teil 2: Ergebnisse der Internetstudie zur Gesundheitskompetenz
  • World Health Organization: www.who.int 

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