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Zukunft der Pflege - Teil 2

Vordenker für die Pflege von morgen

Die Pflegebranche ist ein attraktiver Zukunftsmarkt, dessen Potenzial immer mehr Unternehmen, Architekten sowie wissenschaftliche Forschungsinstitute für sich entdecken und intensiv an neuen Lösungen arbeiten. 

Wichtige Stichworte sind hier z. B. Ambient Assisted Living (AAL), Robotik, Mobilität oder barrierefreie Lebens- und Wohnwelten. Grundlage für viele dieser Entwicklungen ist die Idee vom „universellen Design“. Produkte, Programme oder Dienstleistungen, die dieser Idee verpflichtet sind, sollen von allen Menschen weitgehend genutzt werden können, ohne dass eine Anpassung oder ein spezielles Design nötig ist (Quelle: Übereinkommen über die Rechte behinderter Menschen). 

Wie Betroffenen und Pflegekräften universelles Design in Zukunft begegnen könnte, möchten wir an ein paar Beispielen vorstellen.

Mehr Informationen

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen finden Sie unter: www.bmas.de

Zukunftstrend Ambient Assisted Living (AAL)

Ein wichtiger Zukunftstrend in der Pflege sind technische Assistenzsysteme (Ambient Assisted Living – kurz: AAL). Diese sollen den Menschen unabhängig von ihrem Alter das alltägliche Leben erleichtern, um ihnen so mehr Selbständigkeit, Handlungskompetenz und Unabhängigkeit zu ermöglichen. Das Spektrum der Lösungen ist riesig.

Zukunftstrend Ambient Assisted Living (AAL)

Anwendungsbeispiele von Ambient Assisted Living - vorgestellt vom FZI Forschungszentrum Informatik aus Karlsruhe

Das FZI Forschungszentrum Informatik aus Karlsruhe stellte AAL- und Telemedizinprojekte auf den Gesundheitstagen 2011 in Bad Kissingen vor.

+raum - Modellwohnung mit intelligenten Versorgungsstrukturen

Wie können pflegebedürftige Menschen morgen möglichst selbstbestimmt wohnen und leben? In Modellwohnungen wie dem +raum auf dem Forum AutoVision der Wolfsburg AG wird das selbstbestimmte Leben von morgen bereits heute durchgespielt. Die Anforderungen an ein derartiges Projekt sind komplex. Sie reichen von der Sicherstellung der medizinischen Versorgung über die gesellschaftliche Teilhabe bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten sowie einer höchstmöglichen Mobilität.


+raum setzt auf eine Kombination aus generationengerechtem Design und – wie sollte es anders sein – technischen Assistenzsystemen. In dem vollständig barrierefreien 2-Raum-Appartement-Modell kommen ausschließlich Technologien und Produkte zum Einsatz, die bereits heute auf dem Markt erhältlich sind. Dazu gehören zentral steuerbare Heizkörper und Schließsysteme, Gardinenlifte sowie kabellose Computertische. Über Application Services – sogenannte Apps – sollen die Bewohner von morgen an alle wichtigen Versorgungsstrukturen angebunden werden und können so direkt auf gewünschte Dienstleistungen zugreifen, ohne die eigene Häuslichkeit verlassen zu müssen.


Die Modellwohnung +raum in Wolfsburg ist als Informations- und Kommunikationsplattform gedacht und kann beispielsweise von Schüler- und Studentengruppen besichtigt werden. Darüber hinaus werden Schulungen und Workshops angeboten.

+raum kombiniert generationengerechtes Design mit modernsten technischen Assistenzsystemen. © +raum/Wolfsburg AG

Paro – ein Kuschelroboter erobert die Pflege

Wohl keine andere Innovation im Bereich Pflege erlangte im Jahr 2011 solch eine mediale Bekanntheit wie der therapeutische Roboter Paro. Eingesetzt wird Paro bislang vor allem in der Therapie von demenzkranken Menschen. Dank zahlreicher Sensoren unter dem Fell kann der kleine Kuschelroboter sowohl Helligkeit und Geräusche, als auch Berührungen registrieren und entsprechend darauf reagieren. Wird Paro beispielsweise angesprochen, antwortet der Roboter mit Bewegungen und Tönen. Auf Kraulen reagiert er mit behaglichem Brummen. Auf Schläge hingegen mit Protest. 

In Deutschland werden therapeutische Roboter wie Paro bislang eher selten eingesetzt. Trotzdem entfachte Paro eine breite Debatte über das Für und Wider von derartigen Technologien in der Pflege. Während Befürworter wie der Bremer Pflegewissenschaftler Heiner Friesacher im Einsatz von Robotern wie Paro einen neuen therapeutischen Zugang sehen, verweisen Kritiker wie der Theologe Jürgen Manemann darauf, wie gefühllos es sei, Emotionsroboter bei pflegebedürftigen Menschen einzusetzen (Quelle: Welt Online vom 12.09.2011).

Pro oder Kontra, die Debatte macht eines klar: Technologien können menschliche Pflege zwar ergänzen, aber nie ersetzen. Pflege braucht Menschlichkeit, Wärme, Zuneigung und Fürsorge –
Eigenschaften, die keine Technologie je mitbringen wird.

Aufgabe für innovative Pflege wird es daher immer auch sein, Pflegekräfte möglichst lange im Beruf zu halten sowie neue Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, um so auch langfristig den Fachkräftebedarf zu sichern. Neue Ideen und innovative Konzepte sind gefragt.

arte-Webspecial zum Einsatz von Paro in der Demenztherapie

arte Webspecial zum Einsatz des Kuschelroboters Paro in der Demenztherapie

arte hat in einem Webspecial den Einsatz von Robotern in der Pflege näher unter die Lupe genommen und lässt Befürworter und Gegner zu Wort kommen. Vorgestellt wird das Thema am Beispiel Demenz. 

 

Zum Webspecial


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