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20.06.2012

Wissen: Gesundheitskompetenz

Die Beratung von Patienten und Angehörigen zu gesundheitlichen Fragen gehört für Pflegekräfte in der außerklinischen Intensivpflege zum pflegerischen Alltag. Mit der zunehmenden Bedeutung von Gesundheitskompetenz wird diese beratende Rolle der Pflegekräfte zukünftig noch wichtiger werden. Wir möchten Ihnen das Konzept der Gesundheitskompetenz daher etwas genauer vorstellen. 

Gesundheitskompetenz, was ist das eigentlich?

Gesundheitskompetenz steht für Ihre Fähigkeit, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf Ihre Gesundheit auswirken (Ilona Kickbusch).

Bereiche der Gesundheitskompetenz nach Ilona Kickbusch; Quelle: Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin: Gesundheitskompetenz ist gesellschaftlich wichtig, in: Die Schwester Der Pfleger 03/12

Zu Ihrer persönlichen Gesundheitskompetenz gehören alle kognitiven und sozialen Fertigkeiten, die Sie dazu motivieren und befähigen, sich Informationen zur Förderung und Erhaltung Ihrer Gesundheit zu beschaffen. Diese Informationen sollten Sie verstehen und nutzbringend bzw. fördernd für sich einsetzen können.

So definiert die Weltgesundheitsorganisation Gesundheitskompetenz:

Quelle: Flag of WHO from http://openclipart.org/

"Health literacy represents the cognitive and social skills which determine the motivation and ability of individuals to gain access to, understand and use information in ways which promote and maintain good health." (Quelle: WHO 1998)

 

Die World Health Organisation (WHO) setzt sich aktiv für das Thema Gesundheitskompetenz ein: www.who.int

Genauso wichtig wie Ihre eigene Gesundheitskompetenz als Pflegekraft ist natürlich die Gesundheitskompetenz Ihrer Patienten sowie der Angehörigen. Hier können und sollen Sie als Pflegekraft unterstützend aktiv werden. 

Gesundheit 2.0

Informationsbeschaffung ist heute bekanntlich einfacher denn je. In Zeiten des mobilen Internets haben Sie als Nutzerin oder Nutzer immer und überall Zugriff auf riesige Mengen an mehr oder weniger zuverlässigen Informationen zu nahezu jedem Gesundheitsthema. Schwieriger ist das Verstehen, Bewerten und Nutzen der angebotenen Informationen. Dahinter steht ein lebenslanger Lernprozess, der durch diverse Faktoren beeinflusst wird. Angefangen bei Familie und Kindergarten über Schule und Ausbildung bis hin zum Arbeitsplatz, dem sozialen und regionalen Umfeld sowie den gesellschaftlichen Vorstellungen zum Thema Gesundheit. 

Wie wichtig Gesundheitskompetenz für die eigene Gesundheit ist, zeigt der BARMER GEK Gesundheitsreport 2010. Die großangelegte Internetstudie kommt zu dem Ergebnis, dass Gesundheitskompetenz „unsere Gesundheit in vielfältiger Weise“ fördert. 

Diese Erkenntnis setzt sich immer weiter durch, das beobachtet Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin: „Das Konzept der Gesundheitskompetenz (health literacy) hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.“ 

Ergebnisse BARMER GEK Gesundheitsreport 2010

BARMER GEK Gesundheitsreport 2010 - Teil 2: Ergebnisse der Internetstudie zur Gesundheitskompetenz

„Eine hohe individuelle Gesundheitskompetenz beeinflusst unsere Gesundheit sehr positiv: Gesundheitswissen, der allgemeine Gesundheitszustand sowie der Gesundheitszustand im Vergleich zu anderen sind bei hoher Gesundheitskompetenz deutlich besser als bei Personen mit geringer Gesundheitskompetenz.“

„Die individuelle Gesundheitskompetenz beeinflusst auch unser Wohlbefinden im Alltag: Bei Personen mit geringer Gesundheitskompetenz überwiegen negative gegenüber positiven Befindlichkeiten im Alltag ...“

„Gesundheitsfaktoren wie Ernährung und Bewegung werden in ihrer gesundheitsförderlichen Bedeutung von Personen mit hoher Gesundheitskompetenz wesentlich stärker beachtet.“

Helfen Sie als Pflegekraft, Gesundheitskompetenz zu fördern!

Beratung gehört für unsere Pflegekräfte zum pflegerischen Alltag. Foto: Dario Lehner

Sie als Pflegekraft haben den engsten Kontakt zu Patienten und Angehörigen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, Gesundheitskompetenz zu vermitteln. Dafür plädiert auch Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin gegenüber dem Fachmagazin Die Schwester Der Pfleger: „Alle Professionellen im Gesundheitswesen sind verpflichtet, die Gesundheitskompetenz zu erhöhen.“ Ob Information, Schulung oder Beratung, für Ihr Engagement gibt es hier viele Wege. 

Ziel ist es Patienten und Angehörige dazu anzuregen, sich intensiver mit dem Thema Gesundheit zu beschäftigen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Eigenverantwortung zu übernehmen. „Menschen sollten stärker dazu ermutigen werden, herauszufinden, wie und warum sie gesund bleiben, warum sie krank werden und welche Möglichkeiten sie haben, Krankheiten durch eigenverantwortliches Handeln besser zu bewältigen“, so der BARMER GEK Gesundheitsreport 2010.

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Quellen und mehr Informationen:

Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema Gesundheitskompetenz auseinandersetzen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Blick in den BARMER GEK Gesundheitsreport 2010: www.barmer-gek.de

 

Weitere Quellen: 

  • Prof. Dr. Angelika Abt-Zegelin: Patientenedukation. Gesundheitskompetenz ist gesellschaftlich wichtig, in: Die Schwester Der Pfleger 3/12, S.238/239
  • BARMER GEK (Hrsg.): Gesundheitsreport 2010 – Teil 2: Ergebnisse der Internetstudie zur Gesundheitskompetenz
  • World Health Organization: www.who.int



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