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PDL Markus Proft: Ein fairer Umgang ist mir wichtig

Ein fairer Umgang ist mir wichtig

Von der Pflegekraft zum Pflegedienstleiter – Markus Proft arbeitet seit acht Jahren bei der GIP und kann viel spannendes erzählen: Denn kein Tag ist wie der andere. 

Markus Proft, Pflegedienstleiter in der außerklinische Intensivpflege. Foto: Dario Lehner

GIP-Redaktion: Sie haben vor acht Jahren bei der GIP als Pflegekraft angefangen und feiern in diesem Jahr ihr 5-jähriges Jubiläum als Pflegedienstleiter. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Markus Proft: Ich bin Ende 2004 als ganz normaler, pflegender Mitarbeiter zur GIP gekommen und habe im Sommer 2008 meine heutige Position als Pflegedienstleitung angetreten. Die vergangenen acht Jahre waren für mich aufregend und interessant zugleich. Die GIP ist schnell gewachsen. Als ich damals anfing, haben wir 35 Patienten betreut - heute sind es über 400. Ich selbst bin mit der GIP gewachsen, was das Interessanteste für mich war. Nach meinem Start als Pflegekraft im Team, erhielt ich relativ schnell eine Position als Teamleiter. Ich hatte ein super Team, mochte meine Arbeit und doch wollte ich mehr. Ich reduzierte schließlich meine Stelle auf 75% und begann ein Studium zum Pflegemanager. Studieren und gleichzeitig Arbeiten war natürlich eine Herausforderung, doch mein Team unterstützte meine Entscheidung und ermöglichte es mir so, mein Studium innerhalb von drei Jahren durchzuziehen.



Was schätzen Sie an der GIP?

Vor allem schätze ich an der GIP die Teamarbeit, aber auch die Vielfalt an Patienten, die wir täglich versorgen. Ich hatte in meiner bisherigen Laufbahn immer liebe Kollegen, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Mir gefällt, dass man die Chance hat, sich immer wieder neu zu erleben, sowohl als „normaler“ Mitarbeiter, als auch in anderen Positionen wie zum Beispiel als Pflegedienstleiter. Man lernt nie aus. Was ich aber auch zu schätzen weiß, ist, dass ich seit acht Jahren jeden Monat pünktlich mein Gehalt bekomme – völlig problemlos. Auch war ich vergleichsweise nie schlechter bezahlt als in anderen Institutionen. Ich war vor der GIP bei zwei Konkurrenten, die weniger gezahlt haben – schon immer.

 


Was gehört alles zu Ihrem Aufgabenbereich?


Zu meinem Aufgabengebiet gehören die Personaleinsatzplanung sowie die Qualitätssicherung im Rahmen der Pflegevisiten und die Kontrolle vor Ort in den Teams, ob die pflegerische Situation gewährleistet ist. Die soziale Arbeit ist auch ein großer und wichtiger Teil meiner Arbeit - der Umgang mit Angehörigen und Mitarbeitern. Dabei ist für mich die Kommunikation das A und O. In dem Bereich habe ich als Pflegedienstleiter auch am meisten dazugelernt.

Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit wichtig?

Mir ist Ehrlichkeit und Offenheit wichtig. Ich lege großen Wert auf einen fairen Umgang miteinander und wünsche mir dieses Verhalten auch im Kollegium.      

 


Inwieweit helfen Ihnen die Erfahrungen, die Sie als Pfleger und Teamleiter gesammelt haben, heute bei Ihrer Arbeit als Pflegedienstleiter?

Die Erfahrungen, die ich als Pflegekraft im Bereich Beatmung oder auch hinsichtlich unterschiedlicher Patienten und Krankheitsbilder sammeln konnte, helfen mir heute in meiner täglichen Arbeit sehr. So kann ich als Pflegedienstleiter zum Beispiel problemlos in der regulären Patientenpflege mithelfen und meine Teams bei Engpässen unterstützen. Auch kannte ich mit Antritt meiner PDL-Stelle bereits die Strukturen der GIP und habe mich dadurch schneller in meine Aufgaben eingefunden. Ich kann die Sorgen meiner Teammitarbeiter besser verstehen, da ich mich selbst noch genau an meine Zeit vor der GIP erinnere. Damals betreute ich einen schwierigen Patienten, der mich stets vor neue Herausforderungen stellte. Aufgrund dieser Erfahrungen, kann ich heute Verständnis dafür aufbringen oder eben auch versuchen zu helfen, wenn Mitarbeiter nach einer gewissen Eingewöhnungszeit zu mir sagen: „Du, ich brauch mal was anderes. Das ist hier doch zu schwierig für mich.“


Wie bewerten Sie die GIP als Arbeitgeber?

Sehr positiv. Ich habe jeden Monat mein Gehalt auf dem Konto. Außerdem ist die GIP mitarbeiterorientierter geworden und bezieht Mitarbeiter stärker mit ein. Denn die werden gebraucht und haben Potential. Nur durch sie können wir weiter wachsen. Es gibt zum Beispiel einen Mitarbeiterzirkel, der gegründet wurde, wo Sprecher der Mitarbeiter mit ins Boot geholt und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Das ist ein ganz wichtiger Prozess. Außerdem finde ich die GIP-Homepage super und habe dafür schon viel positives Feedback bekommen.


Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit Patienten und Angehörigen gemacht?

Überwiegend sind meine Erfahrungen positiv. Ich habe sehr viel Dankbarkeit erfahren in den letzten Jahren. Dennoch gibt es immer wieder auch schwierige Fälle, wo ich das Gefühl habe, dass all unsere Bemühungen kaum wahrgenommen werden. Aber wir erfreuen uns an den positiven Situationen, weil die uns motivieren.  



Wollten Sie immer schon im sozialen Bereich arbeiten?

Ja, das wollte ich. Meine Oma meinte immer: „Du bist für die Pflege gemacht. Als Du noch ein kleiner Junge warst, hast Du die Uroma schon gepflegt und fleißig mitgeholfen.“ Ich hatte nie Berührungsängste und habe diesen Weg auch nie bereut, weil ich weiß, dass die Pflege ein Job mit Zukunft ist.

 

 

Was ist Ihre Motivation in der ambulanten Intensivpflege zu arbeiten?

Als ich 2003 angefangen haben zu arbeiten,  war meine Grundmotivation in der ambulanten Pflege zu arbeiten, ehrlich gesagt, dass es in Deutschland im klinischen Bereich kaum offene Pflegestellen gab. Ich habe meine Ausbildung bei Vivantes in Berlin gemacht und wäre hier durchaus geblieben. Nur hat von den rund 800 Absolventen kaum jemand eine Stelle bekommen.

Die häusliche Intensivpflege war eine echte Alternative zur Klinik, in der es kaum Jobs gab. Seitdem habe ich nie wieder etwas anderes gemacht. Man gewöhnt sich an die Zeit, die man mit dem Patienten verbringt und sich intensiv um ihn kümmert. Daher kam für mich nach dem Studium auch nichts anderes mehr in Frage. Heute hätte man zwar mehr Alternativen, aber die Zustände in den stationären Einrichtungen sind katastrophal, gerade in puncto Überlastung und Arbeitszeit. Daher würde mich mein Weg heute sicher wieder in die häusliche Intensivpflege führen.

PDL Markus Proft zu Besuch bei Markus Schneider in Rheinland-Pfalz. Foto: Pflegetam Schneider

Wie läuft bei Ihnen der Tag in der Regel ab?


Es gibt keinen typischen Tag. Jeder Tag ist anders. Man plant sich natürlich bestimmte Termine, wie Teamsitzungen, Patienten – oder Pflegeschulenbesuche. Dienstausfälle sind die größte Herausforderung neben der Patientenarbeit. Sie sind nicht vorhersehbar ist und man muss schnell nach einer adäquaten Lösung suchen oder im Notfall selber einspringen. Das ist unplanbar.

 


Was sind Ihre schönsten Momente als Pflegedienstleiter?

Wenn sich Mitarbeiter gesund melden (lacht) oder wir einen neuen Patienten aufgenommen haben. Diese Freude mitzuerleben, wenn wir ihn oder sie nach Hause holen - das ist einer der schönsten Momente. Ich finde es schön, wenn Menschen zurück ins Leben finden. Der Genesungsprozess in der Häuslichkeit ist das Beste, was einem passieren kann. Ich denke, dass die häusliche Intensivversorgung die Lebenserwartung der Patienten in jedem Fall steigert, weil man sich individuell um die einzelnen Wünsche und Belange kümmern kann.

Warum sollten mehr Männer in der Pflege arbeiten?

 

Männer zicken nicht so rum (lacht). Männer sind in der Regel in ihrer Kommunikation besser zu verstehen. Wie hat eine Kollegin letztens gesagt: „Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch“. Ich würde es begrüßen, wenn die Teams zur Hälfte aus Männern und zur Hälfte aus Frauen bestehen. Das wäre eine super Konstellation. Wie wird man Pflegedienstleiter? Welche Qualifikationen sind nötig?Man braucht entweder eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung oder ein Studium, zum Beispiel im Bereich Pflegemanagement, so wie ich es absolviert habe. In jedem Fall ist eine Qualifizierung wichtig, die einen befähigt, die Leitungsaufgaben in der Pflege zu bewältigen. Wie kam es, dass Sie bei der GIP angefangen haben zu arbeiten?Ich habe in Berlin meine Ausbildung absolviert und dann bei zwei Mitbewerbern gearbeitet. Ich bin später aus privaten Gründen nach Fulda gezogen und habe dort eine Stelle gesucht. Da kannte ich die GIP aber noch nicht. Ich habe mich dann ganz normal auf eine Anzeige beworben und bin auch gleich genommen worden.

 


Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Intensivpflege in den letzten Jahren entwickelt?

Intensivpflege wächst, weil die Informationen über die Intensivversorgung in der Häuslichkeit mittlerweile breitgefächerter ist. Viele kennen die Möglichkeiten jetzt und empfehlen es weiter. Dadurch werden mehr Patienten in der Häuslichkeit versorgt. Dieser Trend wird sicher weiter anhalten.

 

Was läuft gut und wo gibt es Verbesserungspotential?

Die GIP ist ein Wachstumsunternehmen und auf Grund ihrer Größe können wir vielen Menschen helfen und eine qualitative Versorgung sicherstellen. In puncto Qualität haben wir uns sehr gut entwickelt besonders im Rahmen der Fortbildung und Dokumentation. Wir ermöglichen den Mitarbeitern super Weiterbildungen, die auch gut in Anspruch genommen werden. Unser qualitativ hohes Niveau wird immer wieder durch die positiven MDK-Prüfungen bestätigt. Natürlich befinden wir uns in einem stetigen Verbesserungsprozess. Man lernt nie aus.



Sind Sie eigentlich immer beruflich erreichbar?


Eigentlich ja, außer im Urlaub. Da geht dann mein Stellvertreter ans Telefon. Wir sind erreichbar, auch bis spät abends, falls es Probleme gibt. Für das Privatleben ist das schon eine Herausforderung. Aber wenn nun mal ein Problem im Team auftaucht, ist es schon besser, das gleich zu klären, weil es sicher nicht besser wird. So kann man Mitarbeiter und Patienten gleich zufrieden stellen.

 


Wie entspannen Sie sich?

Ich gehe ins Fitnessstudio - Krafttraining und Ausdauer. Außerdem unternehme ich auch privat gerne mal etwas. Diese Auszeiten sind wichtig für mich.


Wie viele Kilometer sind Sie im letzten Jahr gefahren?

Ich fahre durchschnittlich im Jahr knapp 80.000 Kilometer also 400.000 Kilometer in 5 Jahren.


Vielen Dank für das Interview.

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