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07.04.2014

Boys'Day 2014 – Intensive Erfahrungen für drei junge Berliner bei der GIP

Die GIP-Plätze beim diesjährigen Boys'Day waren heiß begehrt: Arvid, Niklas und Denis, drei junge Schüler aus Berlin, haben sich für den Tag in der häuslichen Intensivpflege entschieden und festgestellt, dass auch beatmete Patienten ganz normale Menschen sind, die Karten spielen, malen, Witze machen und viel lachen.

Das Boys'Day-Team 1: Arvid, GIP-Mitarbeiterin Stephanie, Eda, GIP-Pflegerin Manuela und Denis. Foto: Dario Lehner

Pflegeschüler für einen Tag

Eda und die Boys. Foto: Dario Lehner

Bereits vor dem Boys'Day am 27.März 2014 sind die Jungen im Alter von 11-13 Jahren mit Intensivpflege in Berührung gekommen – Behinderungen oder Beatmung sind ihnen durch Angehörige bereits vertraut. Dennoch waren die ersten Schritte in dieser neuen Welt zaghaft und die Berührungsängste groß.

Pflegedienstleiterin Manja und GIP-Pfleger Sebastian erklärten ihren jungen "Pflegeschülern" Arvid (11) und Denis (13) verschiedene Hilfsmittel wie eine Trachealkanüle sowie wichtige Hygienemaßnahmen wie die sechs Schritte der Desinfektion. Sie durften Kittel anziehen und ausprobieren, wie schwer es ist, Einmalhandschuhe anzuziehen, ohne sie kaputt zu machen. Beide stellten viele Fragen, nicht nur zu den medizintechnischen Geräten sondern auch zu den Menschen: „Wie isst denn der Patient, wenn er sich nicht mehr bewegen kann?“ oder „Was passiert denn so den ganzen Tag?“

Viele interessierte Fragen

Niklas und Herr Thiele schauen sich gemeinsam die Brainpainting-Werke an. Foto: Pedro Becerra

Niklas (13) stellte ebenso viele Fragen wie Arvid und Denis, nur bei einem anderen Patienten. Er war zu Gast in Königs-Wusterhausen bei dem Künstler Jürgen Thiele, der vor acht Jahren an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankte und aufgrund fortschreitender Muskellähmung beatmet werden muss. GIP-Schwester Daniela zeigte dem Schüler die Räumlichkeiten und erklärte ihm die Funktionsweise des Beatmungsgerätes. Neben einem Besuch im Garten und der Logopädie erlebte Niklas Brainpainting, eine Technologie, die es Jürgen Thiele ermöglicht, mit Hilfe seiner Gedanken auf eine virtuelle Leinwand zu malen. Fasziniert verfolgte der junge Berliner, der später einmal Arzt, Jurist oder Grundschullehrer werden möchte, diese besondere Form des künstlerischen Ausdrucks.

Miteinander Karten spielen

Das Kartenspiel Uno war der Hit. Foto: Dario Lehner

Nach dem Mittagessen besuchten Arvid und Denis GIP-Patientin Eda in der Schule. Zusammen mit fünf anderen Kindern besucht die 12-Jährige die 4. Klasse der Schillingschule, in der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im regulären Schulbetrieb unterrichtet werden. GIP-Pflegerin Manuela nahm die Jungs in Empfang und zeigte ihnen sogleich, wie man den Sauerstoff in Eda’s Beatmungsgerät auffüllt. Das schöne Wetter lockte alle nach draußen und während Eda schaukelte, erklärte Manuela, dass es seit Kurzem ein mobiles Beatmungsgerät gäbe, was Eda’s Bewegungsradius um einiges erweitere.    

Zusammen mit Eda und ihren Freundinnen spielten die Jungs das Kartenspiel Uno. Es wurde viel gelacht und eine Runde folgte auf die nächste. Zwischendurch zeigte Manuela Arvid und Denis noch die Pflegedokumentation und erklärte, warum sie welche Ereignisse aufschreiben muss. Auch Eda wurde viel gefragt: „Wie funktioniert das mit dem Schwimmen oder fährst Du auch Fahrrad?“ – „Klar, fahre ich Fahrrad und meine Beatmungsmachine stelle ich einfach auf den Gepäckträger. Ich kann auch Sticken und Stricken. Soll ich euch das zeigen“, entgegnete sie und holte stolz ihre Handarbeiten hervor.

Der Boys'Day 2014 war für alle drei Jungen sehr aufschlussreich, weil klar wurde, wie normal und selbstbestimmt das Leben von Menschen mit Behinderungen heute ist und welchen wichtigen Beitrag die häusliche Intensivpflege und engagierte Pflegekräfte dazu leisten können.

 

Ein herzliches Dankeschön an die drei jungen Boys'Day-Teilnehmer aus Berlin und an alle, die diesen interessanten und wichtigen Praxistag in der häuslichen Intensivpflege bei der GIP möglich gemacht haben.

Das war der GIP-Boys'Day 2014

GIP-Pflegerin Manuela zeigt Arvid und Denis wie ein Beatmungsgerät funktioniert. Foto: Dario Lehner
GIP-Pflegerin Manuela zeigt Arvid und Denis wie ein Beatmungsgerät funktioniert. Foto: Dario Lehner
Eda auf der Schaukel mit Denis. Foto: Dario Lehner
Eda auf der Schaukel mit Denis. Foto: Dario Lehner
Arvid und Denis helfen beim Tragen. Foto: Dario Lehner
Arvid und Denis helfen beim Tragen. Foto: Dario Lehner
GIP-Pflegerin Manuela misst Edas Blutdruck. Foto: Dario Lehner
GIP-Pflegerin Manuela misst Edas Blutdruck. Foto: Dario Lehner
Niklas zeigt Jürgen Thiele und GIP-Schwester Daniela etwas auf einigen Bildern. Foto: Pedro Becerra
Niklas zeigt Jürgen Thiele und GIP-Schwester Daniela etwas auf einigen Bildern. Foto: Pedro Becerra
GIP-Boys'Day 2014: Niklas und Herr Thiele im Garten. Foto: Pedro Becerra
GIP-Boys'Day 2014: Niklas und Herr Thiele im Garten. Foto: Pedro Becerra
So sieht also ein Filter aus. Boys'Day 2014. Foto: Pedro Becerra
So sieht also ein Filter aus. Boys'Day 2014. Foto: Pedro Becerra
GIP-Pflegerin Daniela erklärt beim Boys'Day dem jungen Schüler das Beatmungsgerät. Foto: Pedro Becerra
GIP-Pflegerin Daniela erklärt beim Boys'Day dem jungen Schüler das Beatmungsgerät. Foto: Pedro Becerra

Boys'Day 2014

Der diesjährige Boys'Day fand am 27. März 2014 in ganz Deutschland statt. Rund 30.500 Jungen zwischen 10-16 Jahren nutzen den Schnuppertag bei einem der 5300 Projekte, um auf Entdeckungsreise zu gehen und Einblicke in spätere Berufe zu bekommen.

 

Der nächste Jungen-Zukunftstag findet am 23. April 2015 statt.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.boys-day.de

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