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22.04.2013

Work & Travel Europe: Richtungsweisendes GIP-Konzept gegen Fachkräftemangel

Die GIP startete Ende 2011 das Programm „Work & Travel Europe“. Es ermöglicht Pflegekräften aus Europa in Deutschland zu arbeiten und wirkt vor allem dem deutschen Fachkräftemangel in der Pflege entgegen. Zwischenbilanz eines Win-Win-Klassikers.

Spanische Pflegekräfte beim GIP Sommerfest 2012 vor einem Mauerrest an der Spree, Berlin. Foto: Dario Lehner

„Wege entstehen, wenn man sie geht“. Da sind sich Franz Kafka und Marcus Carrasco- Thiatmar einig. Der GIP-Geschäftsführer rief ein Programm ins Leben, das Pflegekräfte aus EU-Ländern in die deutsche Intensivpflege integriert: „In Anbetracht des stetig steigenden Bedarfs an Pflegepersonal, war es nur konsequent, nach Fachkräften anderswo in der Europäischen Union Ausschau zu halten. Ein wichtiger Schritt, um auch in Zukunft unseren Patienten Pflege in hoher Qualität in ihrem häuslichen Umfeld bieten zu können“, so Carrasco-Thiatmar. Den Fachkräftemangel in der Pflege hatte er bereits im Herbst 2012 klar beschrieben (vgl. „Intensivpflege“ Ausgabe 3/2012). Es wurde verdeutlicht, dass die Komponenten demografische Entwicklung, medizinischer Fortschritt, personalintensive Pflege und ein zunehmender Fachkräftemangel schon heute Pflegekräfte zu einem kostbaren Gut machen.

Sichere Arbeitsplätze bei der GIP

Viele Menschen in Europa leiden unter Arbeitslosigkeit. Besonders hoch ist die Erwerbslosenquote bei Jugendlichen. Während Deutschland mit 6,8 %  die geringste Jugendarbeitslosenquote in Europa besitzt, sind in Spanien mehr als 55% der jungen Erwachsenen ohne Job (Quelle: de.statista.com). Gutes Geld zu verdienen ist – neben dem Kennenlernen einer neuen Sprache und einer zu Beginn fremden Kultur – der Hauptgrund, warum sich viele qualifizierte Fachkräfte aus Spanien, Portugal und Griechenland in den vergangenen Monaten für das Programm der GIP beworben haben. „Viele EU-Mitarbeiter sind glücklich, endlich (wieder) in ihrem erlernten Beruf arbeiten zu können und freuen sich, in eine finanziell gesicherte Zukunft mit regelmäßigem Einkommen zu blicken“, so der Geschäftsführer der GIP über die Hauptmotivation der meisten neuen Mitarbeiter aus Europa. Zudem bemerkt er, dass eine derart spezialisierte Pflege wie in Deutschland im EU-Ausland keineswegs in vergleichbarer Weise üblich sei, den neuen Mitarbeitern diese patientenbezogene Tätigkeit jedoch gut gefalle.

Die Schulbank drücken zum Patientenwohl

Bevor die EU-Mitarbeiter in ihren jeweiligen Arbeitsbereich integriert werden, absolvieren sie einen sechsmonatigen Sprachkurs. Da qualifizierte Deutschkenntnisse im Umgang mit Patienten enorm wichtig sind und es möglichst geringe Sprachbarrieren gibt.

März 2013 mitten in Berlin. 700 Meter vom Checkpoint Charlie entfernt, sitzen zehn junge Spanier zusammen im Lernlabor einer Sprachschule. An den Wänden strotzt es nur so vor Konjugationen, Präpositionen und Zeitformen. Doch die größten Ängste der Deutsch-Lehrlinge sind Dialekte, schnelles Sprechtempo und undeutliche Aussprache. Für die Abschlussprüfung sind sie jedoch gut gewappnet, bevor dann im April das nächste Kapitel ihres Deutschlandabenteuers beginnt: Zurück in den Beruf.

Die sieben Frauen und drei Männer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren haben in Spanien ein Pflegestudium absolviert und freuen sich darauf, in Deutschland nun praktische Erfahrungen sammeln zu können. „Deutsch ist sehr wichtig für unsere Arbeit. Auch in meiner kanarischen Heimat verlangen die Krankenhäuser die Sprache, weil es so viele deutsche Touristen gibt“, erklärt Joana. Und Paco fügt hinzu: „In Spanien gab es keine Arbeit. Ich habe im Internet gesucht und das Angebot der GIP gefunden. Dann ging alles ziemlich schnell: Jetzt leben mein Bruder und ich in Berlin. Wir haben manchmal Heimweh, aber wir telefonieren übers Internet jede Woche mit unserer Familie.“

Beruflicher Neustart in Deutschland

Alle Neuankömmlinge möchten nach dem Erlernen der für sie schwierigen deutschen Sprache möglichst rasch intensivpflegerische Berufserfahrung in einem renommierten Pflegeunternehmen sammeln. Einige – wie Felix (24) aus Gran Canaria – wollen sogar gerne in Deutschland bleiben: „Mir gefällt es hier. In Spanien ist die Situation nicht so gut. Das wird auch in ein paar Jahren noch so sein. Berlin mag ich. Vor allem aber meine neue Aufgabe.“ Dann ergänzt er lachend: „Nur das deutsche Wetter könnte besser sein.“ Das zukunftsträchtige Arbeitsverhältnis, soziale Absicherung, deutschlandweite Einsatzmöglichkeiten, eine fundierte sprachliche Ausbildung und eine Wohngemeinschaft in Berlin machen das Programm der GIP für ausländische Mitarbeiter attraktiv. Doch auch für die Patienten ist der Einsatz der „Neuen“ eine Bereicherung. Sie erhalten Einblicke in eine andere Kultur, die sie bisher vielleicht nur aus dem Urlaub kannten. Sie spüren, dass die neuen Wege der GIP nachhaltig zur Entlastung bestehender Teams beitragen. „Jeder Patient empfindet es sehr positiv, dass Mitarbeiter nicht mehr an ihrer Belastungsgrenze arbeiten müssen. Aber natürlich gibt es auch Bedenken seitens der Patienten, weil sie befürchten, sich
nicht verständigen zu können. Daher muss individuell geschaut werden, wo der Einsatz sinnvoll ist, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden“, erklärt der Geschäftsführer der GIP.

Aber wie läuft es nun in der Praxis? „Die Zusammenarbeit funktioniert vor allem dank unserer sehr engagierten deutschen Mitarbeiter. Sie sind es, die als erste Ansprechpartner im Team zur Verfügung stehen“, erklärt Marcus Carrasco-Thiatmar. Interkulturelle Integration beginne vor Ort und alle Mitarbeiter müssten sich gegenseitig unterstützen. „Da ist dann manchmal auch Improvisation gefragt. Damit das Projekt weiter so erfolgreich ist, sind Offenheit, Toleranz, Flexibilität und Teamfähigkeit wichtig. Aber davon haben unsere Mitarbeiter glücklicherweise reichlich.“

Verschiedene Herkünfte – ein gemeinsames Ziel

Seit Beginn des Programms hat die GIP inzwischen viele Erfahrungen sammeln können und auch in puncto sprachliche und interkulturelle Verständigung dazu gelernt: So wurde der Sprachkurs von vier auf sechs Monate verlängert. Bei individuellem Bedarf sind Nachschulungen möglich und die Einarbeitung erfolgt derzeit mit einem zusätzlichen spanischsprachigen Mitarbeiter. Dabei ist der GIP ein kooperatives Arbeitsklima wichtig: Kritische Anregungen werden ernst genommen und notwendige Anpassungen umgesetzt. „Für den weiteren Erfolg des Programms benötigen wir die Unterstützung aller Mitarbeiter“, versichert Marcus Carrasco-Thiatmar, der noch viel vor hat: „Da das Konzept im Ausland auf reges Interesse stößt, ist es unser Ziel, 10 - 15 % des Stammpersonals mit EU-Mitarbeitern zu besetzen. Sie sind kein Allheilmittel, aber in vielen Fällen stabilisieren unsere ausländischen Pflegekräfte die Versorgung oder sichern sie sogar dauerhaft ab.“ David Aguilar Purroy (28), ein spanischer Work & Traveler der ersten Stunde, fühlt sich wohl in Deutschland. Er hat viele Freunde gefunden und arbeitet gerne bei seinen Patienten. „Ich empfinde Erfüllung, Patienten das Leben erleichtern zu können. Wenn sie sich besser fühlen durch meine Pflege, bin auch ich zufrieden.“ Diese Motivation verbindet alle Pflegekräfte der GIP: „Auch wenn unsere Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Himmelrichtungen zu uns kommen: Ihr weiterer Weg ist ein gemeinsamer. Zum Wohle unserer Patienten. Nur das zählt“, sagt Carrasco-Thiatmar.

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