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Knutschis für die Pflegerin

Knutschis für die Pflegerin

Joshua bezaubert mit seinem Lächeln seine Pflegerinnen. Foto: Jasmin Sigmund

Ich bin in der Kinderintensivpflege tätig. Mein kleiner Patient heißt Joshua und viele kennen ihn schon von den Bildern auf der neuen Website. Er wird jetzt im Juni zwei Jahre alt. Wir sind 16 Stunden am Tag bei ihm und seinen Eltern. 

Bereits von Geburt an hatte er ein Hypoplastisches Linksherzsyndrom und wurde lange über eine Trachealkanüle beatmet. Nach neun Monaten in der Klinik wurde er endlich im April 2011 entlassen. Mit Trachealkanüle, aber ohne Beatmung. Zur Zeit hat er noch eine Magensonde, da er nicht so recht essen will und zudem eine Menge Medikamente bekommt. In einigen Wochen soll er dann eine PEG-Anlage (PEG = Perkutane endoskopische Gastrostomie) erhalten und wir hoffen, dass er ohne Schlauch in der Speiseröhre auch von sich aus besser essen wird. Die Logopädie läuft jetzt auch wieder an, so dass wir guter Hoffnung sind.

In seiner körperlichen Entwicklung hinkt Joshua etwas hinterher. Allerdings hat er seit Herbst 2011 große Fortschritte gemacht. Er krabbelt viel und schnell und fängt auch an, sich selbst an Couch und Tisch hochzuziehen. Mittlerweile kann er sogar an der Hand laufen. 

Bis er "trocken" ist, wird es allerdings noch ein Weilchen dauern. Ein Grund dafür sind die verschriebenen Diuretika. Trotzdem freut sich Joshua, wenn er auf dem Töpfchen sitzt und bei Erfolg Musik ertönt.

Er bezaubert einen mit seinem süßen Lächeln und man kann ihm einfach nicht lange böse sein, wenn er mal Blödsinn macht. Gern macht er so "Knutschis" von weitem. Witzig ist, wenn die Eltern ihn danach fragen, gibt er nur einen, wenn er will. Wenn ich als seine "Mina" frage, bekomme ich immer einen;-)

Gute Aussichten

Letzte Woche war er leider kurz im Krankenhaus, da er erst einen Magen-Darm-Infekt hatte und dann sein Quick-Wert zu hoch war. Das Unangenehmste für Joshua war, dass er sich in der Klinik so wenig wie möglich bewegen durfte. Das holt er jetzt allerdings wieder nach und krabbelt noch mehr als vorher rum.

Eigentlich hat der "kleine Mann" auch einen Sprechaufsatz. Allerdings kommt er mit dem einen nicht klar. Den anderen macht er sich nach einiger Zeit immer selbst ab. Zum Glück kann Joshua auch mit seiner Trachealkanüle sehr gut lautieren, laut lachen und Geräusche machen.

Wir Pflegerinnen werden sicher etwas traurig sein, wenn er irgendwann seine letzte Herz-Operation bekommt und uns dann bald nicht mehr braucht. Am 31.05. hatte Joshua seine Op zur PEG-Anlage. Er hat alles gut überstanden und alle sind froh, dass er die Magensonde endlich los ist. Jetzt kann man sein hübsches Gesicht auch besser sehen. Und wir hoffen, dass wir bald die PEG nur noch zur Medikamentengabe benötigen.

Mein Start in die Intensivpflege

Ich bin direkt nach meiner Ausbildung 12/2009 zur GIP gekommen. Meine letzten Einsätze während der Ausbildung waren auf einer Intensivstation. Eigentlich hatte ich erst Angst davor, weil ich dachte, dass ich dem Stress nicht gewachsen bin. Aber nach einigen Wochen wollte ich dort nicht mehr weg und mir war klar, ich will im intensivmedizinischen Bereich arbeiten. Auf die GIP bin ich übers Internet gestoßen. 

Ich hatte ein sehr angenehmes Vorstellungsgespräch und schon nach einer Viertelstunde stand fest, ich will zur GIP und die GIP wollte mich auch. Anfangs war ich in der häuslichen Intensivpflege von Erwachsenen tätig und wurde umfassend eingarbeitet. Doch es zog mich beruflich schon immer zu Kindern hin und ich bekam die Möglichkeit, bei einem 18-jährigen Patienten ins Team zu gehen. Dort war ich etwas mehr als ein Jahr und übernahm die Position der Teamleiterin.

Seit Oktober 2011 darf ich mich nun als Teamleiterin um den kleinen Joshua kümmern. Das ist nicht immer einfach, gerade wenn plötzlich Kollegen krank werden oder aus dem Unternehmen gehen. Wenn dort jedoch alles klappt, bin ich zufrieden. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wunderbar. Sie sind ja noch jung und sind froh, wenn man ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Manchmal muss man sie bei der Übernahme von Pflegeaufgaben etwas mehr anleiten, andere Dinge laufen jetzt schon sehr gut.

 

Jasmin Sigmund

Hypoplastisches Linksherz-Syndrom

Hypoplastisches Linksherz-Syndrom bedeutet eine Unterentwicklung (Hypoplasie) der linken Herzkammer. Für ein Neugeborenes bedeutet das, dass seine linke Herzkammer ein viel zu kleines Volumen hat. Oft ist auch die Körperschlagader in der Folge unterentwickelt und verfügt nur über einen Durchmesser von 2 mm. Für das Überleben des Neugeborenen notwendig ist eine Öffnung der Vorhofscheidewand sowie ein offener Ductus arteriosus. Das ist die beim ungeborenen Kind immer bestehende Gefäßverbindung zwischen Lungenschlagader und der Körperschlagader.

 

Mehr Informationen finden Sie unter anderem bei der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren: http://www.fg-dkhz.de

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