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Ein Tag am Meer

Ein Tag am Meer

Mit dem Gewinn einer Teamprämie konnte ein Brandenburger GIP-Team seinem Patienten einen langersehnten Wunsch erfüllen. Einmal in der Ostsee baden und sich mit dem Schwimmrollstuhl über die Wellen tragen lassen.

Glücklich gestrandet ist Sebastian mit seiner Mutter und dem GIP-Team in Nienhagen. Foto: Britta Müller
Glücklich gestrandet ist Sebastian mit seiner Mutter und dem GIP-Team in Nienhagen. Foto: Britta Müller

Wir haben es getan!

Ein gemeinsamer Ausflug mit unserem Patienten Sebastian an die Ostsee war schon länger geplant. Durch den Gewinn einer Teamprämie in Höhe von 500,– Euro beim SOLEO-GIP Award (Auszeichnung für GIP-und GIP Bayern-Teams für besonderes Engagement) konnten wir dieses Vorhaben in die Tat umsetzen. Unserem Team war klar, dass wir den Gewinn für ein gemeinsames Erlebnis nutzen wollten. Am 19. Juli 2014 war es endlich soweit. Ein heißes Wochenende wurde angekündigt und der Ausflug startete pünktlich um 9 Uhr. Sebastian, seine Mutter Liane, Christian (GIP-Pfleger), Melanie (GIP-Pflegerin, die privat aus ihrer Elternzeit mitkam) und ich (Teamleitung Britta) hatten nur ein Ziel: Das Ostseebad Nienhagen. Dort wollten wir den ganzen Tag Sonne, Meer und Strand genießen.

Eine neue Erfahrung

Auf geht’s mit dem Schwimmrollstuhl in die Ostsee. Foto: Britta Müller
Auf geht’s mit dem Schwimmrollstuhl in die Ostsee. Foto: Britta Müller

Nach längerer Anreise, die Sebastian tapfer durchhielt, erreichten wir die Ostsee. Wir holten im Strandhotel den reservierten Schwimmrollstuhl und bereiteten den 32-Jährigen für sein erstes Bad in der Ostsee vor. Da er sich nicht selber festhalten kann, fixierten wir ihn leicht mit einem breiten Klettband. Wie gut, dass wir daran gedacht hatten, sonst wäre er uns ins Meer geplumpst. Gut eingecremt mit Sonnenlotion fuhren wir hinunter zum Strand. Ein betonierter Weg führte uns allmählich an unser Ziel. Noch ein paar Holzplanken im Sand und da waren wir: Herrliche Luft und das Rauschen der Wellen ... endlich! Wir rollten mit den Ballonreifen des Schwimmrollis über den Sand bis ins Wasser. Es war erfrischend und eine ganz neue Erfahrung für Sebastian. Erst ein Bein hinein und dann das zweite Bein unter getaucht, so dass er sich allmählich an das kühle Nass gewöhnen konnte. Christian zog ihn langsam ins Wasser und schwups hatte ihn eine Welle erwischt. Melanie und ich lachten herzlich auf dem Weg hinein und schon waren wir ebenfalls von oben bis unten nass. Sebastian wirkte entspannt und aufmerksam. Er schien es zu genießen und unserem Gelächter zu lauschen.

Ohne den Klettgurt wäre Sebastian einfach aus dem Rolli herausgeglitten. Zweimal versuchten wir, ihn ein wenig höher zu ziehen, doch wenn man selber bis zur Brust im Wasser steht, fehlt dafür die Kraft. Gemeinsam gelang es uns dann doch noch. Auf die Frage, ob alles o. k. sei, zog Sebastian kräftig die Augenbrauen hoch. Das bedeutet „Ja“. „Willst du schon raus?“ Er blinzelte kräftig. Das bedeutet „Nein“. Also schwammen wir noch einige Male mit den Wellen und auf die erneute Frage „Möchtest du jetzt raus?“, zog er die Augenbrauen wieder hoch. Er sollte es schließlich selbst entscheiden.

Zufrieden und glücklich

Hatten viel Spaß in der Ostsee – Melanie, Christian, Sebastian und Britta (v.l.n.r.). Foto: Britta Müller
Hatten viel Spaß in der Ostsee – Melanie, Christian, Sebastian und Britta (v.l.n.r.). Foto: Britta Müller

An Land ging es zügig ans Abtrocknen und Umkleiden. Da Sebastians Haut die Sonne in dem Maße nicht mehr gewohnt war, bedeckten wir ihn mit einem Laken und zogen ihm ein weißes T-Shirt an. Da saß er nun, den Blick aufs Meer gerichtet und lauschte den Wellen. Da sah ich es plötzlich, dieses zufriedene Lächeln im Gesicht. Solch einen Gesichtsausdruck hatte ich noch nie bei ihm erlebt. Das war der schönste Lohn. Genau dafür haben wir diesen Tag organisiert. Jetzt weiß ich, dass es richtig war! Liane und ich umarmten uns und als Christian dazu kam, wurde auch er von Sebastians Mutter umarmt, die glücklich war, ihren Sohn so zu erleben.

Baden macht hungrig. Sebastian bekam einige Löffel Grieß mit Erdbeeren. Er genoss es, unseren Gesprächen und den Geräuschen am Strand zu lauschen. Bald meldeten sich auch unsere Mägen und wir verspürten Hunger auf ein leckeres Abendessen. In einem Restaurant kuschelten wir Sebastian in eine weiße Wolldecke ein, die uns das Lokal später auch überließ. Er wirkte zufrieden und entspannt. Seine Vitalzeichen zeigten sehr gute Werte und bestätigten unseren Eindruck. Satt und gestärkt hieß es nun, Sebastian wieder anzukleiden und ihn in seinen Pflegerollstuhl zu setzen. Mit vereinten Kräften und der richtigen Technik – kein Problem. Im Strandhotel bedankten wir uns für die kostenlose Nutzung des Schwimmrollstuhls und machten uns auf den Heimweg. Selig und voller Eindrücke erreichten wir Potsdam zu später Stunde und mussten noch lange an Sebastians Lächeln denken.

Weitere Erlebnisse geplant

Ich kann nur jedem Team, dem es möglich ist, empfehlen, mit solch einem Schwimmrollstuhl einmal baden zu gehen. Es ist ein phantastisches Erlebnis für alle Beteiligten. Seit fünf Jahren begleite ich Sebastian nun schon und berichte regelmäßig über seine Entwicklungen. Wir haben als GIP-Team viel mit ihm erlebt, angefangen von seinem Erwachen aus dem Wachkoma bis hin zum Training der Spontanatmung. Da uns alle dieser Ausflug an die Ostsee bereichert hat, haben wir Sebastian von der restlichen Teamprämie zu seinem Geburtstag eine Akkupunkturtherapie geschenkt und werden mit ihm im Frühjahr 2015 das Konzert der Gruppe „Die Prinzen“ besuchen. Auf diese und viele andere Erlebnisse sowie Entwicklungen freuen wir uns und möchten der GIP für die Teamprämie danken.

Britta Müller

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