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Hurra, ich bin ein Schulkind!

Hurra, ich bin ein Schulkind!

Sophie kam mit einer Spina bifida zur Welt. Ihr Gesundheitszustand war angeschlagen. Durch Ihren starken Willen hat sie es geschafft und trägt heute stolz ihre Zuckertüte.

Sophie mit ihrer Familie bei der Einschulung. Foto: Familie Schütt

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Hallo liebe Leser. Kennt ihr mich noch? Ich bin Sophie aus Manschnow im schönen Oderbruch und habe euch bereits vor etwa zwei Jahren ein wenig aus meinem Leben erzählt. Damals war ich  fünf Jahre alt und gerade in den Kindergarten gekommen.

Mein großer Tag

Stolzes Schulkind Sophie. Foto: Familie Schütt

Am 12. August dieses Jahres war es dann endlich soweit: Ich wurde zum Schulkind. Schon am Morgen war alles ganz aufregend. Alle machten sich schick: Mama, Papa, mein Bruder Alex, meine Freundin Franzi, meine zwei „GIP-Mädels“ Gaby und Sylvia – alle wollten sie meinen großen Tag auf keinen Fall verpassen. 
Nachdem auch ich fertig herausgeputzt war, ging es mit unserem Bus zu meiner neuen Schule nach Fürstenwalde. Vor Ort angekommen, hatte sich in der Samariterkirche, wo die Einschulungsfeier stattfinden sollte, bereits eine Menschentraube versammelt.  Alle Schulanfänger, ihre Familien sowie die Lehrer der Eingangsstufe waren da. Damit ich alles genau mitbekommen konnte, stürzte ich mich sofort ganz nach vorn ins Getümmel. 

Von Zauber- und Zuckertüten

Dann passierten auf der Bühne viele aufregende Dinge. Es wurde gesungen und musiziert. Die Lehrer öffneten eine „Zauberwundertüte“, in der zahlreiche Sachen versteckt waren, die wir fortan im Unterricht verwenden würden: Klangschalen, Instrumente, Schwimmflügel, Pinsel und Talker. Talker sind kleine Sprachcomputer, die Kindern mit Sprachhandicaps die Kommunikation erleichtern sollen. Dann war es endlich soweit. Alle Schulanfänger durften ihre Zuckertüten in Empfang nehmen und sich mit diesen auf dem Arm ganz stolz fotografieren lassen.


Nach dem Fototermin schaute ich mir mit meiner Familie die Schule an. Danach machten wir alle zusammen einen Abstecher ins Christoffelhaus, meinem neuen Zuhause für die Schulzeit. Weil ich nun schon ein großes Mädchen bin, wohne ich jetzt nämlich von Sonntag -Abend bis Freitag-Nachmittag in meinem eigenen Zimmer im Internat. Sylvi und Gaby haben da gleich mal ganz viele Kartons mit dem ganzen „Klimbim“, den ich täglich brauche, abgeladen.


Mein Papa chauffierte uns schließlich alle zu einer gemütlichen Gaststätte. Auch dort ging ich auf Entdeckungsreise und fand in der Scheune nebenan ein altes Moped – ich liebe diese tollen Radaumacher.


Wieder zu Hause angekommen, war ich geschafft. Sylvi verordnete mir daher erst einmal ein Schläfchen. Als ich wieder munter war, gab es leckere Torte von Mami. Woher ich weiß, dass sie lecker war? Ach Mensch, das wisst ihr ja noch nicht! Also, eigentlich bekomme ich mein Essen immer noch durch meinen Button. Seit etwa einem Jahr freunde ich mich allerdings Schritt für Schritt damit an, einige – vor allem leckere Sachen – auch in den Mund zu nehmen und zu probieren. Zuerst war es nur ganz winzig wenig, aber inzwischen kann ich schon einen ganzen Fruchtzwerg oder ein Monte wegschnabulieren. Nur Krümel mag ich nicht. Da muss ich husten. Also hat Sylvi die Torte ganz fein gemixt und ich habe sie ganz alleine vernascht.

Umzug ins Internat

Sophie besucht die Burgdorf-Schule. Foto: Familie Schütt

Am nächsten Tag lud mein Papa unseren Bus noch einmal voll. Und ehe ich mich versah, war ich in meinem neuen Zimmer im Internat eingezogen. In der ersten Nacht konnte ich vor Aufregung kaum schlafen, aber Gaby beruhigte und tröstete mich. 


Inzwischen fühle ich mich im Internat pudelwohl. Ich freue mich jeden Tag auf die Schule. Meine Lehrerinnen sind ganz lieb und geduldig mit mir. Es gibt ständig etwas zu beobachten oder zu entdecken, sodass ich manchmal gar nicht richtig aufpassen kann, was die Lehrerin sagt. Wenn es mit dem Konzentrieren gar nicht klappen will, darf ich in einem anderen Raum mit meiner Lehrerin allein arbeiten. Am allerliebsten bin ich aber im Snoozelraum auf dem großen Wasserbett, in der Schaukel oder im Bällchenbad.  


Am Wochenende fahre ich nach Hause. Mama, Papa und mein Bruder Alex nehmen sich dann viel Zeit für mich. Meine GIP-Mädels kommen nur zu den Nachtdiensten. Im Übrigen warte ich aber auch heute immer noch auf meine Nachtschwester. Bevor sie nicht da ist, kann ich nicht einschlafen – da kann Mama machen, was sie will ;-). Tschüssi bis zum nächsten Mal.

INFO

Den ersten Teil von Sophies Geschichte sowie nähere Informationen zu ihrem Krankheitsbild finden Sie in der Herbstausgabe 2009 unseres GIP-Magazins.

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