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30.03.2012

Kindernetzwerk verabschiedet 2. Berliner Appell

Das Kindernetzwerk versteht sich seit 20 Jahren als Lotse und wichtige Interessenvertretung für Kinder, Jugendliche und Adoleszente mit seltenen oder chronischen Krankheiten. 

Jubiläums-Konferenz "20 Jahre Kindernetzwerk": Eröffnung durch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

Anlässlich des Jubiläums "20 Jahre Kindernetzwerk" machten der Kindernetzwerk-Vorstandsvorsitzende Prof. Hubertus von Voß sowie Geschäftsführer Raimund Schmid daher noch einmal deutlich: „Kinder, Jugendliche, Adoleszente haben uneingeschränkten Anspruch auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an Bildung sowie an uneingeschränkter Nutzung von gesundheitlicher Versorgung und Rehabilitation. Sind diese an seltenen, chronischen Krankheiten – gar Behinderungen oder Mehrfachbehinderungen – erkrankt, so muss es das Ziel sein, dass sie bis in das Erwachsenenalter hinein mit ihrer Erkrankung alle Unterstützung erhalten, um ein in jeder Hinsicht möglichst selbständiges und würdiges Leben führen zu können.“ 

Entsprechend dieser Zielsetzung verabschiedeten die rund 300 Teilnehmer der Jubiläumstagung „20 Jahre Kindernetzwerk“ am 24. März 2012 den „2. Berliner Appell“. Der Appell knüpft an den 1. Berliner Appell aus dem Jahr 2002 an und will das Motto des Jubiläums „Eine Zukunft für vergessene Kinder“ in konkretes Handeln umsetzen sowie in die praktische Politik implementieren. Das Kindernetzwerk setzt hierbei auf Dialog und Kooperation. Im 2. Berliner Appell heißt es entsprechend: „Dafür bietet Kindernetzwerk e. V. allen relevanten Entscheidungsträgern in der Politik (etwa der Kinderkommission und den Fraktionen des Deutschen Bundestages), den Leistungsträgern (Gesetzliche Krankenversicherung etc.) und allen relevanten Institutionen und Organisationen seine konstruktive Zusammenarbeit an.“

Das Kindernetzwerk plädiert für ein neues Kinderbewusstsein in der Gesellschaft. Hintergrund sind die demografischen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur, Stichwort „Alternde Gesellschaft“, die jedes Kind und jedes Talent in Zukunft immer bedeutsamer machen werden.

Oberstes Ziel des bundesweiten Netzwerkes ist es daher, sich für die Sicherung des Kindeswohls gemäß UN-Kinderrechtskonvention einzusetzen und das vor allem für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen. 

2. Berliner Appell des Kindernetzwerks

Im 2. Berliner Appell werden zehn Forderungen aufgestellt: 

 

  • Alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen haben das Recht auf eine individuelle Versorgung und Förderung.
  • Alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen haben das Recht auf eine individuelle Beratung. 
  • Alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen haben das Recht auf eine individuelle Bildung.
  • Alle Familien mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen werden unterstützt bei der Verwirklichung dieser Rechte. 
  • Alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen werden zum Leben dieser Rechte selbst ermutigt. 
  • Wir alle sind im Umgang mit den Menschen mit besonderen Bedürfnissen angehalten zur Verwirklichung dieser Rechte.
  • Kindernetzwerk e. V. und seine Mitglieder legen den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Verwirklichung dieser Rechte. 
  • Die erlebte Kompetenz der Selbsthilfe muss generell besonders eingebunden werden in die Entwicklung, Umsetzung und Vernetzung von qualifizierten und familienorientierten Konzepten und Modellen.
  • Die Rechte von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen und ihren Familien müssen verwirklicht werden. 
  • Die Verantwortlichen in Politik, im Sozial- und Gesundheitswesen sind zum Wohl aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie ihrer Familien verpflichtet zur Verwirklichung dieser Rechte.  

Selbsthilfe als integraler Bestandteil des Gesundheitswesens

Um diese Agenda durchzusetzen, fordert das Kindernetzwerk mehr Bedeutung für die Selbsthilfe in Deutschland: „Die erlebte Kompetenz (Alltagsbewältigungswissen bei Krankheit, gravierenden Beeinträchtigungen sowie „Behinderungen“) und die Arbeit der Selbsthilfe in Deutschland müssen zu integralen Bestandteilen des Gesundheitswesens und weiterer Politikfelder werden, da sie einen hohen Wert für die Gesellschaft darstellen.“

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