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05.06.2015

Multiresistente Keime als Todesursache auf dem Vormarsch

Multiresistente Keime als Todesursache auf dem Vormarsch. Foto: fotolia.de
Multiresistente Keime als Todesursache auf dem Vormarsch. Foto: fotolia.de

Eine neue Studie zu Todesursachen kommt zu dem alarmierenden Ergebnis, dass zukünftig mehr Menschen an multiresistenten Keimen sterben könnten als an Krebs.

Die betreffende Studie wurde von Elisabeth Meyer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Berliner Charité im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen durchgeführt. Die Forscherin bezieht sich in ihrer Arbeit unter anderem auf Prognosen der britischen Regierung, wonach die weltweite Zahl an Todesopfern aufgrund resistenter Keime von aktuell rund 700.000 jährlich auf rund 10 Millionen im Jahr 2050 ansteigen werde, sollten keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe warnt im Kontext der aktuellen Diskussionen zu gefährlichen Keimen vor einem „Rückfall in das Vor-Penicillin-Zeitalter“. Die Warnung des Ministers ist nicht unbegründet. So kommt auch Elisabeth Meyer in ihrer Studie zu ähnlichen Schlussfolgerungen: „Antibiotika verbrauchen sich, indem sie eingesetzt werden. Früher oder später gibt es Resistenzen gegen jedes Antibiotikum. Dann ist diese Substanz für die nächsten Generationen unwirksam.“ Der massive Einsatz von Antibiotika u. a. in der Humanmedizin – der globale Verbrauch stieg zwischen 2000 und 2010 um fast 40 Prozent – geht also mit hohen Gesundheitsrisiken für uns alle einher.

 

Was das für die Gesellschaft bedeutet, macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich: „Infektionen mit resistenten Bakterien sind oft schwer heilbar, manchmal sogar unheilbar, und ihre Zahl steigt. Die Erforschung neuer, wirksamer Antibiotika ist jedoch sehr kostspielig und zeitaufwändig, und oft bilden sich schon bald nach der Markteinführung eines neuen Antibiotikums Resistenzen heraus. Gegenwärtig sind nur sehr wenige neue Antibiotika in Entwicklung. Wenn keine wirksamen neuen Antibiotika gefunden werden und sich die Resistenzen weiter ausbreiten, droht der Gesellschaft eine Rückkehr zu Verhältnissen, wie sie vor der Entdeckung der Antibiotika herrschten, als Kinder oft an einer einfachen Lungenentzündung starben und Ärzte gegen Meningitis machtlos waren.“


Höchste Zeit also, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Aber wie lässt sich diese Entwicklung aufhalten? Forscherin Elisabeth Meyer von der Berliner Charité gibt wichtige Empfehlungen:

  • Der Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier sollte gesenkt werden.
  • Die Ausbreitung durch Übertragung sollte begrenzt werden. Stichworte: Infektionsprävention und Hygiene.
  • Die Forschung zum Thema sollte zukünftig intensiviert werden.

Mehr Informationen und Quellen:

  • Elisabeth Meyer: Antibiotikaeinsatz und Resistenzentwicklung in Deutschland. Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, 2015 www.gruene-bundestag.de/
  • Spiegel Online: Studie zu Todesursachen: Resistente Keime bald gefährlicher als Krebs, veröffentlicht am 02.06.2015 www.spiegel.de/gesundheit/
  • WHO: Antibiotikaresistenz; online abrufbar: www.euro.who.int/de/

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