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Sommerhitze – Gesundheitsrisiko gerade für pflegebedürftige Menschen

Sommerhitze – Gesundheitsrisiko gerade für pflegebedürftige Menschen. Foto: smart wizard / pixelio.de

Die aktuelle Sommerhitze ist eine starke Belastung für den menschlichen Körper. Gesunde Menschen können sich allerdings relativ schnell an die hohen Temperaturen anpassen. Alten, kranken oder pflegebedürftigen Menschen fällt dies erheblich schwerer. Sie sind durch die Hitze einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Nach Angaben des Sozialministeriums Baden-Württemberg sowie des Landesgesundheitsamtes sind vor allem zwei Komplikationen gefährlich:

  • Eine Hitzeerschöpfung mit Flüssigkeitsmangel auf Grund von Schweißverlusten, die sich über mehrere Tage entwickeln kann.
  • Ein Hitzeschlag als lebensgefährlicher medizinischer Notfall, der sich unter anderem durch große Unruhe, Kopfschmerzen, heiße Haut, Schwindelgefühl oder Verwirrtheit ankündigen kann.


Zu den Risikogruppen für diese Hitze-Komplikationen gehören neben älteren Personen vor allem Menschen mit Gedächtnisstörungen oder unter medikamentöser Behandlung sowie chronisch Kranke z. B. mit Herz-Kreislaufkranken, respiratorischer Insuffizienz oder Niereninsuffizienz. Gerade diesen Personengruppen sowie den versorgenden Pflegekräften oder Angehörigen empfiehlt das Sozialministerium Baden-Württemberg, genau die Wetterberichte zu verfolgen und bei Hitzewarnungen besondere Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Tipps zu Wohnumgebung, Kleidung

  • Morgens, mittags, abends die Raumtemperatur kontrollieren
  • Früh am Morgen und abends sowie wenn möglich auch in der Nacht lüften, wenn die Luft kühler ist
  • Räume tagsüber abdunkeln
  • Feuchte Tücher im Raum aufhängen
  • Durchgeschwitzte Bettwäsche häufig wechseln und nur leichte Bettwäsche verwenden - ein Laken als Zudecke
  • Leichte luftdurchlässige Kleidung verwenden
  • Eine Netzhose mit Einlage ist besser als ein folienbeschichtete Windelhose

 

Hinweise zur Flüssigkeitszufuhr

Das Sozialministerium Baden-Württemberg weist darauf hin, dass ältere Menschen pro Tag etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit aufnehmen sollten. Im Einzelfall solle zur Sicherheit eine Bilanz geführt werden. Empfohlen wird darüber hinaus:

  • Verschiedene Getränke wie Kräuter- oder Früchtetee, Saftschorle, Mineral- oder Leitungswasser bereithalten
  • In jeder Stunde ein bis zwei Gläser Flüssigkeit anbieten
  • Keine eisgekühlten Getränke oder kalte Speisen anbieten - das Durstgefühl lässt hier schneller nach
  • Bei starkem Schwitzen den Salzverlust ausgleichen durch natriumreiche Mineralwasser
  • Wird Wasser abgelehnt, mit Tee, Fruchtsaft, wasserreichen Früchten, katen Suppen variieren
  • Bei Fieber Flüssigkeitszufuhr erhöhen
  • Leichte Koste wie Gemüse und wasserreiches Obst anbieten


Speziell für Pflegemaßnahmen gibt das Sozialministerium folgende Hinweise:

  • Kühlende Körperlotionen bzw. eventuell ein Thermalwasserspray verwenden
  • Kalte Fußbäder
  • Mehrmals täglich per Ohrthermometer die Körpertemperatur kontrollieren
  • Genau auf Symptome für Überhitzung achten
  • Perkutane Nahrungssonden (PEG) haben Nachteile, da nötige Anpassungen oft nicht korrekt durchgeführt werden
  • Bei Dekompensation des Kreislaufs sind intensive medizinische Maßnahmen nötig
  • Therapeutische Überaktivität ist gefährlich - schnelle Flüssigkeitszufuhr kann eine hypotone Hyperhydratation bewirken


Für Pflegeheime werden darüber hinaus eine Reihe weiterer Empfehlungen gegeben:

  • Ventilatoren verwenden
  • Kühlere Räume beispielsweise auf der Nordseite nutzen
  • Bettlägerige Pflegebedürftige alle 2 Stunden waschen
  • Flüssigkeitszufuhr überwachen und dokumentieren
  • Lebensmittel und Speisen kühlen oder schnell aufbrauchen


Das Sozialministerium weist zudem darauf hin, dass es Medikamente gibt, die mit der Hitzeanpassung des Körpers in Wechselwirkung stehen können: "Bei einer Hitzewelle sollte Personal, dem die Verantwortung für Patienten mit Risikofaktoren übertragen wurde, folgende Maßnahmen durchführen oder veranlassen:

 

  • Stellen Sie eine Liste der Medikamente zusammen, die der Patient einnimmt.
  • Empfehlen Sie jedem Patienten, ohne ärztlichen Rat kein Medikament einzunehmen, insbesondere keine Medikamente, die ohne Anordnung mitgebracht wurden.

 

Die Entscheidung zur Einnahme von Medikamenten, welche die Fähigkeit des Körpers zur Anpassung an die Hitze verändern können, ist durch den behandelnden Arzt zu treffen."


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