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17.06.2013

ALS-Patientin stellt ihre Kunst in Schottland aus: Malen mit Hilfe der Gedanken

Heide Pfützner erschafft leuchtende Bilder in allen Farben obwohl sie vollständig gelähmt ist. Sie malt mit Hilfe ihrer Gedanken und stellt ihre Kunst erstmalig im Juli diesen Jahres in Schottland aus.

Heide Pfützner mit ihren Bildern. Foto: Familie Pfützner

Mit den Augen kommunizieren

Heide Pfützner in Aktion. Foto: Familie Pfützner

Das Leben von Heide Pfützner hat sich durch Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) komplett verändert. Sie ist vollständig gelähmt und muss 24 Stunden am Tag beatmet werden.

 

Die einzige Möglichkeit der Kommunikation ist der Augenkontakt, mit dem sie einen Sprachcomputer steuert. Heide Pfützner war immer kreativ und kann sich mit der neuen Technologie Brain Computer Interface (BCI) nun wieder künstlerisch ausdrücken.

 

Gefühlen Ausdruck verleihen

Expressive Kunst in leuchtenden Farben. Foto: Familie Pfützner

Mit dem neuartigen Verfahren „Brain Painting“ können sich Menschen, die bisher in ihrem Körper gefangen waren, der Außenwelt wieder mitteilen. Mithilfe einer Haube, einer Gammabox und von zwei Monitoren können Gefühle und Gedanken des Patienten in expressive Bilder umgewandelt werden.

 

Das ist ein großer Gewinn für alle Betroffenen und deren Angehörige, weil die Kommunikation vielseitiger und die Selbstbestimmtheit der ALS-Patienten gestärkt wird.

Hilfe für die Ausstellung in Schottland

Anfang Juli fährt Heide Pfützner mit einem Pflegeteam der Gesellschaft für medizinische Intensivpflege mbH (GIP) und ihrer Familie nach Schottland auf die kleine Insel Easdale. Dort wird sie erstmalig in einer Galerie ausstellen. Da dieses Projekt eine Menge Geld kostet, ruft die Familie alle Interessierten zur finanziellen Unterstützung auf. Auf www.startnext.de/de/mein-hirn-brennt wird noch bis Ende Juni insbesondere für die Rahmung und den Druck der Werke sowie die Logistik Geld gesammelt. Für Heide Pfützner ist diese Ausstellung ein Appell an alle Betroffenen und ihre Angehörigen, nicht aufzugeben. „Das Leben ist nicht zu Ende, sondern nimmt nur einen anderen Weg. Lassen Sie sich nicht unterkriegen“, so die Künstlerin.

 

Danke für die Unterstützung. Heide Pfützner und ihre Familie. Foto: Familie Pfützner

Weitere Informationen zu Brain Painting

Der Künstler Adi Hösle hat zusammen mit der Universität Würzburg (Prof. Dr. Andrea Kübler) dieses spezielle Verfahren entwickelt, was malen mit der Kraft der Gedanken ermöglicht. Das System „Brain Computer Interfaces“ (BCI) ermöglichen das Übermitteln von Gedanken und Gefühlen ohne jegliche Muskelaktivität mittels Biofeedback. Dabei misst eine Kappe mit Elektroden auf dem Kopf des Nutzers die Hirnströme, welche wiederum durch einen Computer in Bilder umgewandelt werden. Das bedeutet, der Proband konzentriert sich auf ein Symbol auf dem Computer (z.B. eine Farbe, Form oder Pinselgröße) und diese Aktivität wird dann auf das Bild übertragen.

 

Mehr Informationen finden Sie unter: www.brain-painting.com

 

You can find this page under: http://www.gip-intensivpflege.de/en/ueber-die-gip/pflegenews/als-patientin-stellt-ihre-kunst-in-schottland-aus-malen-mit-hilfe-der-gedanken/© GIP Gesellschaft für medizinische Intensivpflege mbH 2011