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24.04.2013

„Einer von uns“

Geschäftsführer Marcus Carrasco-Thiatmar hat als Krankenpflegehelfer einen Tag das Pflegeteam in München begleitet und kräftig mit angepackt. Das war für alle eine wertvolle Erfahrung.

Marcus Carrasco-Thiatmar bereitet sich auf seine Aufgaben in der Pflege vor. Foto: GIP

München, 17. April 2013

 

Der Tag in der Pflege startet früh für Marcus Carrasco-Thiatmar. Pünktlich um 6 Uhr macht er sich auf den Weg nach München, um seinen Dienst anzutreten. Während seiner 12-stündigen Schicht wird er, unter Aufsicht der Pflegedienstleiterin Margrit Seitz, alle Patientinnen und Patienten der Wohngemeinschaft im Olympiazentrum mit versorgen: Anziehen, Ausziehen, Waschen, Rasieren, Toilettengänge, Windeln wechseln, Lagern, Blutzucker messen, Essen und Trinken zuführen. „Ich habe Respekt vor der Verantwortung und freue mich auf die Aufgaben“, sagt er vor Beginn seines Dienstes. 

Die Nähe ist wichtig

Das Handy bleibt während der Arbeit ausgeschaltet und so ist der GIP- und ProVita- Geschäftsführer nur in den Pausen erreichbar, was ungewöhnlich für ihn ist. Denn Marcus Carrasco-Thiatmar ist es wichtig, immer ansprechbar zu sein und sowohl mit Patientinnen und Patienten als auch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kontakt zu stehen. Er lernt jeden Patienten persönlich vor dem Beginn der Versorgung kennen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn er mit WG-Bewohner Heinz spanisch spricht, weil er weiß, dass er kolumbianische Wurzeln hat oder sich bei einer anderen Patientin nach dem Befinden ihres Sohns erkundigt. Diese Nähe zum Pflegealltag ist ihm ein Anliegen. Zu verstehen, was Pflegekräfte leisten und wie sich Pflege stetig verändert, sei ihm ebenso wichtig wie das Verständnis für Patienten und Angehörige: „Bedürfnisse erkennt man eben nur, wenn man mittendrin ist. Daher werde ich auch zukünftig immer mal einen Tag „mitlaufen“ und empfehle das auch anderen Mitarbeitern. Das ist sehr aufschlussreich.“

 

Der Zeitplan ist straff. Die Aufgaben vielfältig. Pflegedienstleiterin Margrit Seitz ist zufrieden mit ihrem Schützling: „Er macht sich super. Alles hat er mitgemacht und mir dadurch die Arbeit erleichtert. Ich konnte so in Ruhe den Schreibkram machen.“ Auch Marcus Carrasco-Thiatmar findet die Masse der Dokumentation „Wahnsinn“: „Wenn es nach dem Gesetzgeber geht, schreiben wir nur noch und pflegen nicht mehr. Ich verstehe, dass das alles gemacht werden muss, aber der Mensch sollte doch dabei immer im Vordergrund stehen.“

 

Patienten begegnet er ohne Scheu und dennoch umsichtig. Er begrüßt jeden und erzählt, was als nächstes gemacht wird: „Sven, ich rasiere dich jetzt. Das kann ich gut. Vertrau mir.“ Und bei der Nahrungszuführung scherzt er mit einem anderen Mitbewohner herum, dem der Sinn eher nach Fleisch und Pommes statt nach Sondenkost steht. „Mich um die Leute kümmern und mit ihnen reden – das mache ich am liebsten. Das kann ich auch am besten“, so Carrasco-Thiatmar. 

Pflegedienstleiterin Margrit Seitz und Marcus Carrasco-Thiatmar besprechen die Pflegedokumentation. Foto: GIP

Einer von uns

Mitarbeiter und Angehörige reagierten positiv auf die Teamverstärkung. Personalreferent Steffen Huber findet es gut, dass der Chef diese Nähe zu den Mitarbeitern hat: „Er signalisiert damit, dass er Interesse an der Arbeit der Pflegekräfte hat und das finde ich eine super Sache. Er ist sich nicht zu fein, seine Hände schmutzig zu machen. Das kommt auf jeden Fall gut an.“ Pflegerin Jasmin findet es einerseits außergewöhnlich, mit ihrem Chef auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten: „Das erlebt man nicht alle Tage“ und andererseits stellt sie fest, dass es trotzdem ein Tag wie jeder andere ist und alle die gleiche Arbeit leisten: „Er ist einer von uns und macht all die Dinge, die wir auch machen, nur eben unter Anleitung.“

 

Eine Angehörige, deren Mann nach einem Schlaganfall auf Intensivpflege angewiesen ist, findet es toll, dass sich der Geschäftsführer einen Einblick verschafft und „nicht bloß erzählt“: „So weiß er, was wirklich läuft und welche Probleme die Mitarbeiter haben.“ Die Chance „dem Chef mal das Herz auszuschütten“, möchten einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gerne nutzen, um Themen anzusprechen, die sie beschäftigen. Bei der Dienstbesprechung um 13 Uhr sitzen alle gemeinsam in der Küche und tauschen sich über die einzelnen Patienten aus. Eine Angehörige hat als kleines Dankeschön frisches Obst mitgebracht. Marcus Carrasco-Thiatmar lauscht den Ausführungen der Pflegekräfte. Was ist sein Fazit? „Das war eine spannende Erfahrung für mich und hat Spaß gemacht. Ich konnte mir die Prozessabläufe genauer anschauen und finde es super, wie gut sich die Kollegen gegenseitig unterstützen.“

 

Nach dem Ende seiner 12-Stunden Schicht ist der Tag noch nicht vorbei. Marcus Carrasco-Thiatmar tauscht das Pflegeoutfit wieder gegen den Anzug und fährt zu einem abendlichen Geschäftstermin nach Nürnberg: „Es hat mir Spaß gemacht. Das nächste Mal schaue ich mir die Nachtschicht an“, sagt er und verabschiedet sich von seinem Tag in der Pflege. 

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