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05.05.2013

Boys Day 2013 - „Das ist ein toller Beruf“

Beim diesjährigen Boys Day begleitete der 10-jährige Jasper einen Tag lang GIP-Patientin Susi und Pfleger Steffen aus Brandenburg. Er ist einer von 33.000 Jungen, die deutschlandweit am Jungenzukunftstag teilgenommen haben. Die Drei waren ein gutes Team und am Ende war Jasper klar, dass er den Pflegeberuf „jedem Jungen auf alle Fälle empfehlen kann“.   

Boys Day 2013 - Jasper dreht ein paar Runden mit Susi. Foto: GIP
Boys Day 2013 - Jasper und Pfleger Steffen im Gespräch. Foto: GIP

Herzlich Willkommen

„Schön, dass ihr da seid – kommt rein“, begrüßt uns Pfleger Steffen herzlich. Jasper betritt die Wohnung, geht auf Susi zu und streicht über ihre linke Hand: „Hallo ich bin Jasper“, stellt sich der aufgeweckte Junge vor. Er trägt ein blau-weiß kariertes Hemd und seine blau-grünen Augen strahlen. Susi sitzt im Rollstuhl und lächelt ihn an. Auch sie freut sich über den kleinen Gast.

 

Alle sind ein bisschen aufgeregt und nach einer kurzen Wohnungsbegehung machen wir uns auch schon auf den Weg. Es geht ins Therapiezentrum und Jasper schiebt Susi aus der Wohnung Richtung Krankentransport: „Der Rollstuhl ist ganz schön schwer zu schieben. Das hätte ich nicht gedacht“, sagt er und dreht vergnügt ein paar Runden mit der jungen Frau.

Gemeinsam schaffen wir das

Boys Day 2013 - Physiotherapeut Thomas erklärt Jasper die nächsten Schritte. Foto: GIP

Im Therapiezentrum angekommen, geht es gleich los mit der ersten Anwendung. Logopädietraining steht auf dem Programm und die Logopädin erklärt Jasper genau, was sie macht und welcher Effekt dabei erzielt werden soll. Danach betritt Physiotherapeut Thomas das Zimmer und beginnt das Stehtraining mit der Patientin. Das ist schmerzhaft und Jasper ist bekümmert über die Töne, die Susi von sich gibt. Thomas schildert ihm aber, warum diese Prozedur sein muss und erklärt jeden Schritt ausführlich. Der Gymnasiast mit dem rot-blonden Haar beobachtet genau, wie fürsorglich Pfleger Steffen mit seiner Patientin umgeht: „Es ist wichtig, sie zu ermutigen und für sie da zu sein. Gemeinsam schaffen wir das schon, nicht war Suschen“, sagt er und zwinkert Jasper zu.

Spannende Entdeckungsreise

Boys Day 2013 - Steffen erklärt Jasper, wie das Gerät funktioniert. Foto: GIP

Nach drei Stunden geht es mit dem Krankentransport zurück in die Wohnung der Patientin. Während sich Susi nach den Strapazen ausruht, erkundet Jasper alle Gerätschaften in der Wohnung. Nach einer Hirnblutung vor vier Jahren ist die junge Frau auf Intensivpflege angewiesen und kämpft sich nach ihrer Zeit im Wachkoma langsam zurück ins Leben. Steffen erläutert eine blaue Maschine, mit der man die Beweglichkeit trainieren kann. Es erkennt Spastiken und bewegt sich entsprechend mechanisch, um beim Patienten Impulse zu setzen. Jasper findet die Systematik spannend und probiert es gleich aus.

 

Währenddessen erzählt Steffen über seinen Beruf, den er sehr mag: „Ich bin seit fast 30 Jahren Pfleger und würde mich immer wieder dafür entscheiden. Es ist spannend zu sehen, wie sich Pflege verändert hat. Früher war der Umgang mit Wachkomapatienten zum Beispiel viel stiefmütterlicher. Man dachte, sie spüren ja eh nichts und so ist man ihnen auch begegnet. Das ist heutzutage Gott sei Dank anders. Viele berichten, dass sie jedes Wort verstanden haben während des Wachkomas.“ „Wie lange bist du denn schon bei Susi“, fragt Jasper? „Wir hatten Einjähriges“, lacht der Pfleger und erzählt ihm, was er mit seiner Patienten alles schon erlebt hat, wie die Tage im Team in der Regel ablaufen und, dass sie im Herbst zur Festung Königstein fahren wollen. 

Für die Zukunft alles Gute

Boys Day 2013 - Susi, Jasper und Steffen schauen sich das Photoalbum gemeinsam an. Foto: GIP

Susi lacht oft und gemeinsam schauen sie sich ein Fotoalbum an. Jasper lernt ihre Familie und Freunde kennen und erfährt, dass sie Schlager mag und ihr Lieblingslied „Amsterdam“ sogar ein bisschen mitsingen kann. Als die Augen der jungen Frau immer müder werden, verabschieden wir uns. Pfleger Steffen meinte, er war schon ein bisschen skeptisch, wie das werden würde mit einem so jungen Menschen, aber er sei positiv überrascht über den Jungenzukunftstag und froh, einem so interessierten, aufgeschlossenen Jungen die Welt der Pflege erklären zu können.

 

Auch für Jasper war das eine gute Erfahrung: „Das war schon komisch, einen Menschen zu sehen, dem es nicht so gut geht. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Ich würde den Pflegeberuf trotzdem jedem Jungen empfehlen, weil man etwas tun kann, was einem anderen hilft und das macht irgendwie glücklich. Es ist ein toller Beruf“, erklärt er und winkt zum Abschied.

 

Wir wünschen ihm sowie Susi und ihrem Team alles Gute für die Zukunft und danken allen Beteiligten für die Teilnahme am Boys Day 2013. 

Boys Day 2013 - Jungenzukunftstag

Boys Day 2014

Der nächste Boys Day findet am 24. März 2014 statt.

Wir freuen uns auf alle interessierten Pflegehelden.

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