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11.09.2015

Stellungnahme zu „Lohndumping bei ambulanten Intensivpflegekräften“ im ARD-Magazin „Kontraste“ vom 10. September 2015

Das ARD-Magazin Kontraste berichtete in der Sendung vom 10. September 2015 über die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften in Deutschland, insbesondere bei der GIP. Das Magazin hatte im Vorfeld mit einem Fragenkatalog um Stellungnahme gebeten. Diese Fragen waren aus unserer Sicht tendenziös und nicht an einer ausgewogenen Berichterstattung interessiert. Wir haben deshalb eine Beantwortung abgelehnt.

 

Der Beitrag ist einseitig und die Anschuldigungen sind nicht gerechtfertigt. Wir wollen auf die zahlreichen falschen Behauptungen im Einzelnen nicht eingehen. Gleichwohl ist uns daran gelegen, im Interesse unserer Mitarbeiter und Patienten grundsätzlich festzuhalten:

 

Der Vorwurf, wir würden unsere Mitarbeiter unangemessen und im Vergleich zu anderen ambulanten Pflegediensten sehr niedrig vergüten, ist nicht richtig. Auch die Behauptung, die GIP hätte sich durch angebliches „Lohndumping“ einen Wettbewerbsvorteil verschafft und habe damit den „Markt aufgerollt“ ist völlig aus der Luft gegriffen.

 

Die Gehälter unserer Mitarbeiter entsprechen dem branchenüblichen Vergütungsschnitt in der ambulanten Intensivpflege. Die Festlegung des Bruttostundenlohnes erfolgt nach individueller Vereinbarung mit den Arbeitnehmern und ist – wie in jedem anderen Unternehmen üblich – von dem jeweiligen Anforderungsprofil, der Qualifikation bzw. Berufserfahrung, aber auch regionalen Gegebenheiten abhängig. Zusätzlich zum individuellen Bruttostundenlohn werden Zuschläge für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie für Nachtarbeit gezahlt.

 

Als bundesweit tätiger Intensivpflegedienst beschäftigt die GIP seit vielen Jahren kontinuierlich über 2.000 Mitarbeiter in ganz Deutschland. Wenn die Einkommen unserer Mitarbeiter, wie vorgeworfen, unter den in unserer Branche üblichen Marktwerten liegen würden, dann hätten wir angesichts der hohen Nachfrage nach Pflegekräften wohl schon lange keine Mitarbeiter mehr. Der Vorwurf des Lohndumpings ist daher offensichtlich falsch und dient lediglich dazu, der Reputation der GIP zu schaden.

 

Wir weisen auch den Vorwurf zurück, die GIP würde mehr Versorgungsaufträge annehmen, als sie mit ihren vorhandenen Mitarbeitern abdecken kann.

 

Die Nachfrage nach ambulanten Intensivversorgungen wächst aufgrund des medizinischen Fortschritts und moderner Medizintechnologien in Deutschland kontinuierlich an. Zutreffend ist, dass die GIP für viele Patienten und Angehörige die erste Anlaufstelle in einer derart schwierigen Lebenssituation ist. Auch wenn wir all den Menschen gern unseren Service zukommen lassen würden, nehmen wir nur Patienten auf, wenn wir die Versorgung abdecken können. Dabei wird den Angehörigen offen kommuniziert, in welcher Art und in welchem Umfang wir die Dienste abdecken werden. Ebenso offen wird kommuniziert, dass es aufgrund des Pflegenotstandes immer wieder zu Engpässen und auch zu Ausfällen kommen kann. Dabei gibt es regional erhebliche Unterschiede. In den Vorbereitungsgesprächen wird auch der mitunter lange Vorlauf zur Vorbereitung der Aufnahme besprochen, um den besonderen Rahmenbedingungen des Pflegemarktes Rechnung zu tragen.

 

Zum Thema Überstunden: Personalengpässe und in der Folge Überstunden sind in der Pflege leider in vielen Bereichen ein ständiges Thema. Bedingt durch den in der Pflegebranche vorherrschenden Fachkräftemangel kann es durch ungeplante Ausfälle oder in den Haupturlaubsmonaten bei der GIP, ebenso wie bei allen anderen Unternehmen der Branche, zu Personalengpässen in einzelnen Mitarbeiterteams kommen.

 

In diesen Fällen oder bei einem unerwarteten, hohen Krankenstand versuchen die Mitarbeiterteams die entsprechenden personellen Engpässe vor Ort zunächst selbst zu kompensieren. Damit sind in der Regel Überstunden verbunden. Diese beruhen allerdings auf freiwilliger Basis. Ebenso müssen Mitarbeiter an geplanten Frei- oder Urlaubstagen nicht für ausgefallene Kollegen einspringen. Tun sie es doch, geschieht auch dies in der Regel freiwillig. Im Mittelpunkt steht dabei immer, die Versorgung des Patienten sicher zu stellen.

 

Für den Fall, dass die regionalen Mitarbeiterteams ungeplante Personalengpässe nicht selbst kompensieren können, halten wir ein flexibles Mitarbeiterteam vor – sogenannte Springer, die die bestehenden, regionalen Pflegeteams in diesen Fällen unterstützen und verstärken. Alternativ bieten wir unseren Patienten eine vorübergehende Versorgung in einer der von uns intensivmedizinisch betreuten Wohngemeinschaften an. Hier ist die Versorgung weniger personalintensiv und kann zu jeder Zeit gewährleistet werden.

 

Dennoch gibt es Überstunden, die leider aufgrund der vorgenannten Sachverhalte erforderlich sind. Insoweit danken wir an dieser Stelle ausdrücklich allen Mitarbeitern, die uns aktuell und in der Vergangenheit bei der Abdeckung der Dienste unterstützt haben. Dass dabei die Überstundenbezahlung mit besonderen Zuschlägen verbunden ist, versteht sich von selbst.

 

Es wird auch der Vorwurf erhoben, unsere Mitarbeiter wären nicht ausreichend qualifiziert und eingearbeitet. Auch diese Behauptung ist nicht richtig und wird unseren gut ausgebildeten und hoch engagierten Mitarbeitern in keiner Weise gerecht.

 

Soweit es die Qualität der Intensivpflege und die Qualitätssicherung betrifft, verfügt die GIP über ein führendes Fort- und Weiterbildungssystem, das allen Mitarbeitern im jährlichen Turnus die Möglichkeit bietet, sich weiterzubilden. Dieses beinhaltet von pflegerischen bis zu kommunikationsrelevanten Themen alle Spezifika der häuslichen Intensivpflege. Soweit uns bekannt ist, sind wir darüber hinaus das einzige Intensivpflegeunternehmen am Markt mit einem staatlichen anerkannten Weiterbildungsprogramm gemäß ZFU-Kriterien. Dieses beinhaltet die fachliche Qualifizierung unserer Mitarbeiter im Rahmen einer 250-Stunden-Fachweiterbildung.

 

Grundsätzlich verfügen alle unsere Mitarbeiter, die die Behandlungspflege unserer Patienten durchführen, über eine mindestens dreijährige Ausbildung als examinierte Pflegekraft sowie in der Regel über Berufserfahrung in der außerklinischen oder stationären Intensivpflege. Mitarbeiter, die keine entsprechende Berufserfahrung vorweisen können, werden adäquat geschult. Unabhängig von der Berufserfahrung durchlaufen alle Mitarbeiter eine patientenbezogene, strukturierte Einarbeitung. Eine entsprechend qualifizierte Pflegedienstleitung steht vor Ort als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung und sichert die Pflegequalität.

 

Darüber hinaus unterliegen unsere pflegerischen Dienstleistungen der regelmäßigen Qualitätskontrolle durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), bei denen wir an allen Standorten Bestnoten erzielen – wie im Übrigen erst vor einigen Wochen auch in Bayern. Auch unterziehen wir uns jährlich einer mehrtägigen Qualitätsprüfung nach der internationalen Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001:2008. In unseren zahlreichen Fortbildungsangeboten vermitteln wir außerdem aktuelles und praxisorientiertes Know-how. Regelmäßige Notfallschulungen gehören für alle Mitarbeiter zum Pflichtprogramm.

 

Den Vorwurf einer nicht hinreichenden Qualifizierung und mangelnden Einarbeitung unserer Mitarbeiter weisen wir daher nachdrücklich zurück. Sofern Mitarbeiter im Übrigen der Auffassung sind, sie selbst oder Kollegen hätten Defizite, haben sie jederzeit die Möglichkeit, sofortige Nachschulungen zu erhalten. Die Schulungen der GIP laufen wöchentlich und deutschlandweit, um den Mitarbeitern eine kurze Anreise zu ermöglichen.

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