Internationale Leitlinie zur MS-Therapie

MS-Experten einigen sich auf Leitlinie zur Behandlung

Auf eine Leitlinie zur Behandlung der Multiplen Sklerose haben sich 27 MS-Experten aus 13 Ländern verständigt. Diese Leitlinie soll bei der Abwägung von Chancen und Risiken bestehender Therapien helfen.

MS Therapie Leitlinie

Auch Länder, in denen es bisher keine nationalen Leitlinien gab, können nun auf diese Informationen zurückgreifen, bzw. auf deren Basis eigene länderbezogene Empfehlungen erstellen.

Die Landschaft der MS-Therapie im europäischen Raum ist sehr differenziert und es gibt sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Daher bedeutet diese erste paneuropäische Initiative für viele Länder einen Schritt vorwärts, konstatieren Experten. Auch für Deutschland gibt es eine MS-Leitlinie, die vom Krankheitsbezogenen Kompetenznetz erstellt wurde. Momentan werden diese Richtlinien aus dem Jahr 2014 überarbeitet und sind voraussichtlich Ende des Jahres 2018 verfügbar.  

 

Wichtige Empfehlung aus Vielzahl von Studien

Das internationale Team aus 27 Experten hat sich mit zehn Leitfragen zur MS-Behandlung auseinandergesetzt. Dabei sind 20 Empfehlungen aus der Auswertung einer Vielzahl von Studien hervorgegangen. Die wichtigsten: Verordnung von Interferon oder Glatirameracetat bei klinisch isoliertem Syndrom (CIS) und einem pathologischen MRT, die die MS-Kriterien nicht erfüllen. Angebot einer frühzeitigen Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten bei aktiver schubförmig remittierender MS, definiert als klinische Schübe und/oder MRT-Aktivität (aktive Läsionen, angereicherte Läsionen; neue oder zweifelsfrei vergrößerte T2-Läsionen, die mindestens einmal jährlich bewertet werden).

Dies beinhaltet auch das CIS, das die aktuellen Diagnosekriterien für die MS erfüllt. MS-Patienten, die mit Interferon oder Glatirameracetat behandelt wurden und Hinweise auf eine Krankheitsaktivität zeigen, sollte ein wirksameres Arzneimittel angeboten werden. Weitere wichtige Konsenserklärungen betreffen unter anderem die Auswahl von Medikamenten, die Überwachung des Therapieansprechens, die Behandlungssicherheit, die Umstellung von Therapien und der Umgang mit Schwangerschaften bei MS.  

 

Medikamente bringen bislang noch keine Heilung

Noch immer gibt es keine Medikamente zur Heilung von Multipler Sklerose. Alle bislang zugelassenen Arzneimittel zielen darauf ab, neue Krankheitsschübe und somit ein Fortschreiten der Symptome zu verhindern. Die nun auf europäischer Ebene entwickelten Richtlinien helfen Ärzten, Patienten, Krankenkassen und Entscheidern im Gesundheitswesen vor allem bei der Klärung folgender Fragen: Was ist für eine bestimmte Person die beste Anfangs- sowie Folgetherapie?

Wie lässt sich der Behandlungserfolg optimal messen und wann sollte die Behandlung abgebrochen oder verändert werden? Was ist speziell bei Schwangeren zu beachten?  Alle bis zum Zeitpunkt der Publikation auf dem Markt verfügbaren Substanzen wurden dabei berücksichtigt.

Original-Veröffentlichung

Xavier Montalban et al.: ECTRIMS/ EAN Guideline on the pharmacological treatment of people with Multiple Sclerosis, in: European Journal of Neurology, 2018, DOI: 10.1111/ene.13536

Xavier Montalban et al.: ECTRIMS/ EAN Guideline on the pharmacological treatment of people with Multiple Sclerosis, in: Multiple Sclerosis Journal, 2017, DOI: 10.1177/1352458517737372

Weitere Quellen: KKNMS, PM der Ruhr-Uni Bochum - 01.02.2018

Herzbericht 2018

Die Zahl der registrierten Todesfälle durch Herz-Erkrankungen ist in Deutschland gestiegen. Im Jahr 2015 starben mehr als 220.000 Menschen an Erkrankungen der Herzklappen, Infarkten und anderen verbreiteten Herzleiden. Lesen Sie mehr >Die Zahl der registrierten Todesfälle durch Herz-Erkrankungen ist in Deutschland gestiegen. Im Jahr 2015 starben mehr als 220.000 Menschen an Erkrankungen der Herzklappen, Infarkten und anderen verbreiteten Herzleiden. 

 

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