Familien-Urlaub mit Kind im Wachkoma: Ein Erfahrungsbericht

Endlich Urlaub: Mit dem Pflegeteam zur Mutter-Kind-Kur

Alex kam mit einem Hirntumor auf der Welt und fiel einige Wochen nach der Operation ins Wachkoma. Seit seiner Geburt hatte die Familie kaum eine Verschnaufpause, geschweige denn Urlaub.

Eine Mutter-Kind-Kur gaben Alex, seiner Mutter und seiner Schwester Erika die Möglichkeit, Urlaub zu machen und mal so richtig auszuspannen.

 

 

Alex fällt ins Wachkoma

Alex war als Baby unruhig, hatte Schreiattacken und erbrach sich oft. UnzähligerArztbesuche und Krankenhausaufenthalte folgten, bis schließlich ein Hirntumor entdeckt wurde. Dieser wurde zunächst erfolgreich operiert.

Alex entwickelte sich rasant und holte seine bisherigen Defizite auf. Dann aber begann er zu krampfen und fiel in einen Status epilepticus (außergewöhnlich lange andauernder epileptischer Anfall). Er musste mehrmals reanimiert werden, wurde künstlich beatmet und erhielt eine Trachealkanüle. Seitdem liegt Alex im Wachkoma.

Die GIP übernimmt seine Pflege

Nach einem halben Jahr Rehabilitation übernahm die GIP Alexanders Pflege. Seine Familie lernte, dass er auch zu Hause gut versorgt werden kann. Ganz langsam stabilisierte sich sein Kreislauf. Er benötigte keine künstliche Sauerstoffgabe mehr, seine Spastiken ließen mit der Zeit langsam nach und er wurde lockerer, sodass man beginnen konnte, therapeutisch mit ihm zu arbeiten.

 

Die Idee: Eine Mutter-Kind-Kur

Alex Familie war lange Zeit nicht zur Ruhe gekommen. So entwickelten wir als für Alex zuständiges GIP-Pflegeteam nach und nach die Idee, eine Kur für seine Mutter zu beantragen. Alex und seine vier Jahre ältere Schwester Erika sollten natürlich mitfahren.

Der Antrag für so eine Kur mit einem behinderten und einem zweiten Kind war schnell gestellt. Und im April 2008 durfte Alexanders Familie gemeinsam mit einer Krankenschwester unseres Teams eine erste kurze Besichtigung der Kureinrichtung vornehmen. Begeistert und voller Vorfreude kamen alle zurück.

 

Und los ging es

Nach dem Zusammenstellen der Hilfsmittel und allem, was Alex während des dreiwöchigen Kuraufenthaltes brauchen würde, ging es am 28. Mai 2008 endlich los. Alexanders Familie bezog ein geräumiges Drei-Zimmer-Appartement in der Kureinrichtung. Das schönste Zimmer aber bekam Alex – ein Turmzimmer mit einen herrlichen Blick über die nahe liegende Umgebung. Sein Aufenthalt im Turm wurde allerdings tagsüber auf das Nötigste reduziert. So oft es ging, verbrachten wir die Zeit mit ihm an der frischen Luft in den weitläufigen Parkanlagen mit ihren vielen schattigen Plätzen zum Verweilen.

Durch ein im selben Haus von der GIP gebuchtes Zimmer für uns Pflegekräfte brauchten wir nach dem Dienst nicht nach Hause zurück fahren. Dadurch konnten wir Alexanders Mama die Sicherheit geben, in ihrer Nähe zu sein und im Notfall sofort herbei eilen zu können. Außerdem ermöglichte uns diese Nähe, sehr flexibel zu arbeiten. Alexanders Mama und seine große Schwester Erika konnten so alle Kur-Aktivitäten und -anwendungen in Anspruch nehmen.

Gut erholt und munter ging es am 18. Juni wieder zurück nach Hause. Alexanders Familie hatte die Kur so gut gefallen, dass sie sich vornahm, zukünftig regelmäßig gemeinsam zu vereisen, um einfach einmal auszuspannen. Und das tut sie auch – mindestens einmal im Jahr.

Hannelore F. 

Es war ein tolles Arbeiten

Während Alexanders Mama und seine große Schwester Erika sich erholten, versorgten wir Alex.

Wir wurden vor Ort umsorgt und unterstützt. Viele zeigten Interesse für unsere Arbeit, weshalb wir einige neue Bekanntschaften schlossen.

Kurort zu weit weg: Wir durften wechseln

Zunächst wurde Alex Familie leider eine Kureinrichtung zugewiesen, die viel zu weit von seinem Heimatort entfernt war – die Fahrt wäre einfach zu anstrengend für Alex gewesen. Es wurde also umdisponiert.

Wir hatten einen Tipp für eine Kureinrichtig ganz in der Nähe, in einem anerkannter Kneippkurort erhalten.

Und im Gespräch mit der Krankenkasse stellte sich heraus, dass ein Wechsel des Kurortes gar kein Problem darstellt.

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