Mitgemacht: Boys´ Day 2019

Ein Tag in der außerklinischen Intensivpflege

„Macht mit! Ein Tag in der außerklinischen Intensivpflege“ - so lautete unser Motto beim diesjährigen Jungen-Zukunftstag, an dem wir als GIP Intensivpflege bereits zum 7. Mal in Folge teilnahmen.

Einblicke in das Leben in einer Intensivpflege-WG

Beim diesjährigen Boys´ Day, am 28. März 2019, bekamen wir Besuch von zwei Berliner Schülern der siebten Klassenstufe, die wir in die von uns pflegerisch betreute Wohngemeinschaft in Berlin-Wannsee mitnahmen. Die Jungen erhielten Einblicke in den Pflegeberuf, lernten, was ambulante Intensivpflege bedeutet und wie die Bewohner in einer Intensivpflege-WG leben, betreut und versorgt werden.

 

Nachdem Munim und Pavel pünktlich um 10.00 Uhr in der WG eingetroffen waren und sich fix die GIP-Shirts überzogen, um sich besser mit ihrer Tagesrolle zu identifizieren, starteten sie gemeinsam mit GIP-Mitarbeiter Martin einen Rundgang durch die Intensivpflege-WG.

Die von der GIP betreute Intensivpflege-WG Berlin-Wannsee ist idyllisch nahe des S-Bahnhofs Wannsee gelegen und erstreckt sich in einer hübschen Alt-Berliner Villa auf drei Etagen, die barrierearm gestaltet wurden und Platz für insgesamt acht Bewohner bieten.

„Wohngemeinschaft“ – das klang wirklich super in den Ohren der beiden Dreizehnjährigen, die mit diesem Begriff vermutlich bisher eher eine „coole“ Studentenbude assoziiert hatten. Nun durften sie erkunden, wie das Zusammenleben intensivpflegebedürftiger Menschen aussieht, die sich, wie natürlich in jeder WG, ihre Zimmer selbst und nach persönlichem Geschmack einrichten können, aber auch Gemeinschaftsräume zusammen nutzen, in diesem Fall ein Wohnzimmer mit großem Tisch, Computerecke und zwei Wintergärten.

 

Intensivpflege: Was ist das?

Martin erzählte Pavel und Munim von möglichen Krankheitsbildern oder auch Unfällen, die Menschen in die Intensivpflichtigkeit führen, also wann und warum die Bewohner 24 Stunden betreut und medizinisch versorgt werden müssen. Er zeigte den beiden wie Beatmungsgeräte aussehen, was es mit den vielen Schläuchen auf sich hat und was ein Tracheostoma ist. Die Boys hörten aufmerksam zu und versuchten, in dieser für sie komplett unbekannten Pflegewelt anzukommen und die vielen neuen Eindrücke und Informationen zu ordnen. Puh, zwei Stunden Rundgang, das war doch ganz schön viel auf einmal!

 

„Und du so?“ – Kennenlernen in der Mittagspause

Nun hieß es, die wohlverdiente Pause und das gemeinsame Mittagessen vorzubereiten. Draußen im WG-Garten wurde der Grill aufgestellt, das Fleisch vorbereitet und drinnen gab es eine Auswahl an Brot und Salaten. Weil sich im Gemeinschaftsraum der WG so viele Bewohner und Pflegekräfte zusammenfanden – auch die Logopädin war noch vor Ort – wurde es ganz schön eng und die Jungs stärkten sich im ruhigeren Wintergarten. Von dort aus beobachteten sie interessiert das Geschehen. Eine der Bewohnerinnen kommentierte das Essen ganz aufgeregt und freute sich sichtlich über die Abwechslung.

Gestärkt fanden Pavel und Munim nun auch genügend Ruhe, die erste Tageshälfte zu kommentieren und ein wenig von sich selbst zu erzählen. Konkrete Berufswünsche hätten beide noch nicht, sie seien aber offen für vieles – so durchaus auch für den Pflegeberuf.

 

Notfallschulung: "Herr Lehmann" und das 30:2-Prinzip

Mit dieser positiven Einstellung ging es dann weiter in die zweite Tageshälfte. Im obersten Stock begann Martin, die von ihm für die Jungs vorbereitete Notfallschulung. Sie durften Hand anlegen an medizinisches Gerät – Tracheostomata, Stethoskope, Pulsmesser und Atemschläuche durften angefasst und erkundet werden und wurden von Martin erklärt. Auch, dass heute ein kleines Beatmungsgerät, die einstmals riesige „eiserne Lunge“ ersetzt, sorgte für großes Erstaunen bei den Boys.

Dann begann der praktische Teil: Wie muss man sich im Notfall verhalten? Was muss man tun und in welcher Reihenfolge, wenn man einen vermeintlich leblosen Menschen vorfindet? Ansprache, Atemkontrolle, Notruf und stabile Seitenlage wurden in die richtige Reihenfolge gebracht und die stabile Seitenlage gleich mehrfach am lebenden Objekt geübt. Pavel und Munim waren sehr konzentriert. Entsprechend fiel ihnen diese Übung sehr leicht.

Danach erklärte Martin, was es mit der Wiederbelebung und dem 30:2-Prinzip auf sich hat. Mithilfe von „Herrn Lehmann“, der GIP-Übungspuppe, demonstrierte Martin anschaulich das Prinzip von Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzrhythmus-Massage. Die Jungs, die ihre eigenen Masken bekamen, waren ganz begeistert und zeigten sich beide sehr geschickt bei der Wiederbelebung.

 

Spaziergang zum Wannsee

Gegen 15:00 Uhr hatten die Jungs zahlreiche weitere, wichtige Erfahrungen gesammelt. Anita, eine der Bewohnerinnen hatte ihren Mittagschlaf beendet, sodass sich alle gemeinsam auf zu einem Spaziergang machten. Ziel war der nahegelegene Wannsee. Pavel traute sich zu, den Rollstuhl zu schieben, was, wie er bemerkte, ganz schön kräftezehrend sein kann. Für die Pflege und Betreuung von Menschen braucht es also nicht nur viele medizinische Kenntnisse, sondern ebenso körperliche Fitness. Auch das Gespräch mit den Patienten während man ihn schiebt, sei sehr wichtig, erklärte Martin, damit dieser immer vorbereitet sei auf das was komme – Bordsteinkanten beispielsweise oder die Überquerung einer Straße.

Am See angelangt genossen alle trotz des grauen Himmels den tollen Ausblick und suchten nach dem bekannten Strandbad-Wannsee. Danach ging es wieder zurück in die WG, da Anita doch ein wenig Angst vor einem möglichen Regenschauer hatte.

 

Ein großes Dankeschön an alle...

Zurück in der WG  bekamen die Boys als Abschiedsgeschenk noch ein paar Kleinigkeiten von der GIP, ebenso wie das Teilnahmezertifikat für den Boys‘ Day 2019. Letzte Worte und ein Resümee wurden ausgetauscht – Munim und Pavel hatten einen interessanten und schönen Tag bei der GIP verbracht. Pavel war sogar so begeistert, dass er versprach: „Im nächsten Jahr bin ich wieder bei Euch dabei.“ Super, das war natürlich ein großes Lob für uns!

Auch wir freuen uns schon jetzt auf das kommende Jahr, bedanken uns an dieser Stelle aber nochmals bei Munim und Pavel für ihr aktives Mitmachen, bei den WG-Bewohnern für ihre Offenheit, bei den GIP-Mitarbeitern der WG-Wannsee für ihre Geduld und Gesprächsbereitschaft und bei Martin, der die Boys gelassen, aber super vorbereitet durch den Tag begleitet hat.

 

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Boys‘ Day – ein bundesweiter Aktionstag

 

Einblicke in vermeintlich „weibliche“ Berufe gewinnen, Barrieren abbauen und Berührungsängste überwinden - darum geht es beim Boys´ Day, dem Jungen-Zukunftstag, der einmal jährlich in ganz Deutschland für Jungen ab der 5. Klasse stattfindet.

Für Mädchen gibt es übrigens als Gegenstück dazu den Girls‘ Day.

Mehr Infos unter:

www.boys-day.de

Männer in die Pflege!

 

Für uns als einen der größten Intensivpflegedienste Deutschlands ist nicht nur der Pflegekräftemangel ein Thema, auch die Tatsache, dass es nach wie vor wenig männlichen Nachwuchs in der Pflege gibt, beschäftigt uns. Wir wollen das gern ändern und aufzeigen, wie spannend, vielseitig und befriedigend die Arbeit in der Intensivpflege ist. Auch für Männer!

Zum Boys´ Day 2018 >

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