GIP News • 10.08.2026

Ratgeber COPD und Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung kann die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD bremsen

Warum Ernährungszustand und Krankheitsverlauf bei COPD eng miteinander verbunden sind

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD gehört mittlerweile zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland waren nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK im Jahr 2023 rund 6,73 Prozent der Bevölkerung von COPD betroffen. Die Ernährung spielt beim Umgang mit einer COPD-Erkrankung eine zentrale Rolle.

Warum Ernährung bei COPD so wichtig ist

 

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Baustein einer erfolgreichen COPD-Behandlung und kann den Krankheitsfortschritt bremsen. Übergewicht (Adipositas) oder Untergewicht hingegen können das Atmen erschweren und das Fortschreiten der COPD negativ beeinflussen. Ernährungszustand sowie Krankheitsverlauf stehen bei COPD daher in einem engen Zusammenhang. Im Vergleich zu gesunden Menschen benötigen COPD-Patienten zudem bis zu zehnmal mehr Energie für die Atmung.

Allerdings bewirken Atemprobleme sowie das mit COPD verbundene Druckgefühl in der Brust, aber auch krankheitsbedingte Immobilität, Müdigkeit, Magen-Darm-Probleme oder fehlende Motivation zur Essenszubereitung, dass viele COPD-Patienten eher zu wenig essen. Statt Genuss beim Essen verspüren sie beim Kauen und Schlucken eher Atemnot. In der Folge kann es zu einer Mangelernährung mit einer ungenügenden Aufnahme von Eiweiß, Vitaminen und Kalorien kommen. Eine Ernährungsberatung kann unter- oder übergewichtige COPD-Patienten dabei unterstützen, ihre Ernährung an die Erfordernisse der Lungenerkrankung anzupassen.

 

Die Vorteile einer angepassten Ernährung

 

Ein an die Erkrankung angepasstes Essverhalten kann beispielsweise die Atemmuskulatur und das körperliche Immunsystem unterstützen sowie das Atmen erleichtern. Gleichzeitig ermöglicht die angepasste Ernährung die Deckung des erhöhten Energiebedarfs aufgrund der erhöhten Atemfrequenz bei COPD. Für die Betroffenen bedeutet das mehr Lebensqualität.

Da COPD zudem mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko einhergeht, spielt die Aufnahme von genügend Kalzium – als zentralem Knochenbestandteil – aber auch von Vitamin D eine wichtige Rolle.

 

Ernährung bei COPD: Wie sollte sie zusammengesetzt sein?

 

COPD-Patienten können sich bei der Zusammenstellung ihres Essens an den allgemeinen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine vollwertige Ernährung (Vollkost oder angepasste Vollkost) orientieren. Wichtige Bestandteile sind:

  • frisches Obst und Gemüse
  • Produkte aus Vollkorn
  • Milchprodukte (enthalten Eiweiß und Kalzium)
  • mehrmals Fleisch oder Fisch pro Woche.

Die Nahrung sollte zudem möglichst salzarm zubereitet werden und über den Tag verteilt in bis zu sechs kleineren Mahlzeiten zu sich genommen werden. Bei größeren Mahlzeiten kann der gefüllte Magen auf das Zwerchfell drücken, was zu einer Verschlechterung der Atmung führen kann. Eine ähnliche Wirkung können blähende Lebensmittel wie Trockenobst, Zwiebeln, Sauerkraut, Hülsenfrüchte (z. B. Linsen) oder Kohlgemüse haben.

Auf Nahrungsmittel ohne oder mit nur wenigen wertvollen Inhaltstoffen wie Fastfood, Süßigkeiten oder Softdrinks sollten COPD-Patienten möglichst verzichten. Die letzte Mahlzeit des Tages sollte etwa vier Stunden vor dem Zubettgehen gegessen werden.

 

Die spezielle Bedeutung von Eiweiß

 

Die Deckung des Eiweißbedarfs spielt bei COPD-Betroffenen eine besondere Rolle. Der Grund: Viele Betroffene haben eine verringerte Muskelmasse. Durch die Aufnahme von mehr Eiweiß unterstützen sie den Erhalt der Muskelmasse. Empfohlen wird, bei jeder Mahlzeit auch eine Eiweißquelle zu sich zu nehmen. Gute tierische Eiweißquellen sind mageres Fleisch, Eier, Fisch oder Milchprodukte wie Quark, Joghurt oder Hüttenkäse. Als pflanzliche Eiweißquellen kommen Nüsse und Samen z. B. Hafer, Dinkel oder Quinoa hinzu. Um den Muskelerhalt und -aufbau zu fördern, bedarf es allerdings neben der Aufnahme von Eiweißen regelmäßiger körperlicher Bewegung.

 

Auf die Flüssigkeitszufuhr achten

 

Neben dem Essen spielt auch das ausreichende Trinken bei COPD-Patienten eine wichtige Rolle. Täglich sollten mindestens 1,5 Liter getrunken werden. Geeignet sind Kräutertees, stilles Wasser oder mit Wasser gemischte Säfte (Verhältnis 3:1). Auch der maßvolle Genuss von Kaffee kann eine positive Wirkung entfalten. Dem enthaltenen Koffein wird eine bronchienerweiternde Wirkung zugeschrieben.

Insgesamt kann Flüssigkeitszufuhr das Wohlbefinden von COPD-Betroffenen erhöhen, indem es Schleim verflüssigt und zugleich das Abhusten erleichtert. Zu wenig Flüssigkeit bewirkt hingegen festeren Schleim und in der Folge einen andauernden Hustenreiz.

 

Was sollte bei Untergewicht auf den Teller?

 

Gerade Patienten, die unter dem Emphysem-Typ von COPD leiden, sind häufig von Untergewicht und der damit verbundenen Mangelernährung betroffen. Diesen Betroffenen wird eine Ernährungstherapie empfohlen. Zur Deckung des erforderlichen Kalorienbedarfs benötigen sie kalorienreiche Lebensmittel wie Avocados, Samen, Nüsse, Kerne, Pflanzenöle, fetten Fisch, Milchprodukte mit hohem Fettgehalt oder spezielle Flüssignahrung, die zugleich viele Nährstoffe liefern. Obst und Gemüse sollten immer mit kalorienreichen Lebensmitteln zusammen gegessen werden.

 

Mahlzeit! Empfehlungen für das Essen

 

Schon kleine Maßnahmen können COPD-Betroffenen das Essen erleichtern. So empfiehlt der COPD - Deutschland e.V. in seiner Broschüre zu COPD und Ernährung beim Kauen das Besteck beiseitezulegen. Durch aufgestützte Arme wird das Atmen erleichtert. In kleine Stücke zerschnittene Mahlzeiten, langsames Essen, Ruhe und gründliches Kauen vermeiden zudem Atemnot. Zwischen den Bissen kann die sogenannte Lippenbremse beim Ausatmen genutzt werden.

 

Bewegung unterstützt die gesunde Ernährung bei COPD

 

Im Zusammenspiel mit einer gesunden Ernährung kann sich regelmäßige körperliche Bewegung positiv auf die Erkrankung und damit die Lebensqualität der Betroffenen auswirken. Regelmäßiges Training unterstützt nicht nur die Ausdauer und die Muskelkraft, sondern regt auch den Stoffwechsel an und verbessert die Funktion der Lunge. Ein geeignetes Training finden COPD-Betroffene unter anderem in speziellen Lungensportgruppen.

... und mehr Informationen
  • S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD 2026. Abrufbar unter:  register.awmf.org (PDF-Download, abgerufen am 06.08.2026)
  • Broschüre: COPD und Ernährung, COPD - Deutschland e.V. (Hrsg.) Abrufbar unter: copd-deutschland.de (PDF-Download, abgerufen am 06.08.2026)
  • Ernährung bei COPD. Informationsblatt der Deutschen Atemwegsliga e.V. Abrufbar unter: atemwegsliga.de (PDF-Download, abgerufen am 06.08.2026)

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