Warten auf den Corona-Impfstoff am anderen Ende der Brücke?

Deutschland im Standby: Die Welt impft uns davon

Ohne Brücke zum Impfstoff wird jeder noch so lange Lockdown nur Flickwerk bleiben!

"Brückenlockdown", so lautet das neue Wort der Woche. Sein Schöpfer: Armin Laschet (CDU). Hintergrund: Ein erneuter Lockdown als Brücke hin zu mehr Geimpften. Eine Brücke sozusagen, auf der Deutschland stillstehen und warten soll. Auf was? Auf das geimpfte Deutschland. Fast parallel zu dieser Idee verkünden die Medien einen großen Lieferausfall des Corona-Impfstoffes Moderna. Atrazenica soll nur noch an über 60-Jährige verimpft werden.

Ein Kommentar:

 

Stellen Sie sich vor, Sie bestellen in der Schlange an irgendeinem Drive-in die kleine Mahlzeit für zwischendurch. Und während ihr Burger gebraten wird, gibt es die erste Corona-Impfung. Dann lassen Sie es sich schmecken und warten ein wenig. Dann gibt ein Arzt Entwarnung – und Sie fahren von dannen. Alles gut. Zukunftsmusik? Naja. Immerhin wird in den USA bereits in Drogerien geimpft!


Bevor es nahezu allerorten Corona-Impfungen geben könnte, braucht es hierzulande vor allem eines: Impfstoff! Doch genau daran hapert es nach wie vor gewaltig. Medienberichten zufolge wird wohl eine größere Lieferung Impfstoff von Moderna Ende April ausfallen. Laut Bundesgesundheitsministerium würden zwischen dem 26. April und 2. Mai 2021 zwischen 627.600 und 878.400 Dosen des Herstellers erwartet. Je unwahrscheinlicher schnellere Lieferungen mit mehr Covid19-Impfstoffen werden, umso wahrscheinlicher wird ein „Brücken-Lockdown“, bei dem unklar ist, wohin die Brücke führt. Sollten am Brückenende wirklich deutlich mehr Geimpfte stehen, dann dürften zwei oder drei Wochen kaum reichen.  


Ob ein neuer Zentralismus und eine Entmachtung der für die Kanzlerin nervigen Landesfürsten auch mehr Impfstoff bringen würde, darf getrost bezweifelt werden. Zumal es jetzt auch im EU-Gebälk knirscht. War einst die zentrale Bestellung von Impfstoff zum Nonplusultra erklärt worden, so hat nun die EU-Kommission erklärt, dass sie zum russischen Impfstoff Sputnik V keinen Vorvertrag schließen möchte. Bundesgesundheitsminister Spahn kündigte daraufhin an, dass Deutschland sich den Impfstoff Sputnik V aus Russland dann auf eigene Faust sichern werde. Einen weiteren Alleingang hatte bereits der bayerische Ministerpräsident angetreten. In jedem Fall, so hieß es, setze Deutschland aber weiterhin auf eine europäische Zulassung durch die EMA.


Ohne Brücke zum Impfstoff wird jeder noch so lange dauernde Lockdown nur Flickwerk bleiben. Die Welt impft uns davon, der Frust zwischen Schleswig-Holstein und Bayern wächst täglich. Da helfen weder kernige Sprüche noch wohlfeile Interviews.

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