Organspende in Deutschland

Warum in Deutschland immer mehr Organspender fehlen

Transplantationsmediziner schlagen Alarm: In Deutschland gibt es so wenige Organspenden wie seit 20 Jahren nicht mehr. 2017 ist die Zahl der Spender das historische Tief von 797 gesunken.

Organspende-Daten

Im Vorjahr waren es noch knapp 3000 gewesen. Knapp 10.000 Menschen stehen auf der Warteliste für Spenderorgane.

Rund jeden dritten Tag verstarb im vergangenen Jahr ein Patient, weil dringend benötigte Nieren, Lebern, Lungen oder Herzen fehlten. 

Fehlendes Vertrauen

Das Problem fehlender Organspender verschärft sich nach Ansicht von Experten! Und das nicht nur, weil immer weniger Menschen spenden wollen, nachdem 2010/11 in mehreren deutschen Transplantationszentren schwerwiegende Richtlinienverstöße unterschiedlicher Ausprägung festgestellt wurden.  

 

Haben Kliniken eine Mitschuld?

Bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt am Main nennt der Medizinische Chef Axel Rahmel die Lage dramatisch und fordert: „Wir brauchen eine gelebte Kultur der Organspende.“ Diese Kultur scheint in manchen der rund 1.200 Kliniken, die in Deutschland zum System Organspende gehören, zu fehlen. Rund 700 hätten sich 2017 nicht ein einziges Mal bei der DSO gemeldet. So gehen nicht nur wertvolle Organe verloren; es wird auch der Wunsch von Menschen ignoriert, die nach ihrem Tod gerne spenden wollen.  

 

Hohe Kosten

Eine mögliche Erklärung: Ganz bewusst soll mit der Organspende auch kein Geld verdient werden können. Ein hirntoter Patient aber belegt – rein ökonomisch betrachtet – ein gewinnbringendes Bett auf der Intensivstation. Das kann ein Spagat für ein Klinikmanagement sein, das auf die Zahlen schauen muss. Zwar gibt es bei Organspenden Aufwandsentschädigungen für Kliniken. In Einzelfällen ist das laut DSO aber zu wenig, um die Kosten zu decken. Das sei auch nicht gerade eine Motivation für Krankenhäuser, sich stark zu engagieren.  

 

Schlechte Organisation

Bereits seit längerem kritisieren Experten, dass die Organspende in Deutschland schlecht organisiert ist: Ärzte würden mögliche Organspender oft nicht erkennen - oder melden sie bewusst nicht. Darum sinke die Zahl der Organspenden, obwohl viele Menschen spenden wollen – ergaben bereits vor Monaten Recherchen der ARD. In Deutschland müssen potenzielle Spender ihre Bereitschaft zu Lebzeiten erklärt haben oder ihre Angehörigen müssen zum Schluss kommen, dass dies der Wille des Verstorbenen war. In einigen anderen Ländern gilt eine andere Regelung: Wer nicht zu Lebzeiten widerspricht, gilt als potenzieller Organspender. 

Problematisch: Organspende und Patientenverfügung

Und es gibt noch eine Tücke. Wer in einer Patientenverfügung auf intensivmedizinische Therapien verzichtet, kann kein Organspender sein. Denn Hirntod heißt, nicht mehr allein atmen zu können. Wem Organspende wichtig ist, der muss Verfügungen so formulieren, dass er einer zeitlich begrenzten Intensivtherapie zustimmt. Doch zu viele potenzielle Organspender wissen das nicht. 

Organspendeausweis – so funktioniert das

Da der Organspendeausweis kein amtliches Formular darstellt, ist er nicht an eine bestimmte Form gebunden. Der in Deutschland meistgenutzte Organspendeausweis wird von der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) angeboten und hat Scheckkartengröße. Er kann im Internet heruntergeladen werden, auch viele Arztpraxen und Krankenkassen bieten ihn kostenlos an.  

Mehr Infos: https://www.organspende-info.de/organspendeausweis/informieren

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